Oman Teil 2

Weiter bis Muscat

Kleine Gi auf der Autobahn
Kleine Gi auf der Autobahn

Man sieht die kleine Gi kaum auf der Autobahn. Ab Bahla ist aus mit lustig. Der Verkehr nimmt zu, Ausweichstraßen oder Ausweichpisten gibt es kaum. 

Zudem hat sie ein Problem mit ihrem rechten Fuß. Noch in Neuseeland passierte es. Ein Glas zerbrach, und die Glas-spitze bohrte sich ins Füßchen. Wenig später wackelte eine ihrer Zehen wie ein Wichtel nach unten. Die Sehne war durch. Gi wollte nicht zum Arzt. Geht schon irgendwie, war ihr Kommentar. Wichtel wackelt noch immer, leider immer noch nur nach unten. 

Was aber gut ist, die Landschaft wechselt ihr Gesicht fast stündlich. Bergrücken folgt auf Bergrücken. Dazwischen schmiegen sich Wadis der schönen Art. Wadis mit Palmen, mit viel Grün und somit immer mit Wasser. Damit sind auch immer sehr abwechslungsreiche Übernachtungsplätze gesichert.

Wadi Tanuf
Wadi Tanuf

Eines der schönsten Wadis ist für uns die Schlucht von Tanuf. Warum? Hier ist der Oman noch so wie wir ihn lieben. Die Moderne erschlägt nicht das Alte. Neu und alt bilden eine Harmonie. Leider findet man diese Harmonie nur noch sehr selten im Oman. Altes stört sehr oft, wird abgerissen, plattgewalzt, verschwindet für immer. So genießen wir das Fleckchen Harmonie für viele Stunden. Das Ruinendorf steht auf mutigen Hügeln. Die alte Moschee, der alte Markt-platz, die Wasserkanäle, die Waschstellen, einfach alles was hier vor langer Zeit noch lebendig war, ist irgendwie ohne viel Fantasie erkennbar. Nur eine der alten Moscheen und die dazugehörende Waschstelle wurde restauriert, hervorragend restauriert, denn nichts stört die Lehmruinen aus längst vergangener Zeit. 

Idealer Lagerplatz im Wadi Tanuf
Idealer Lagerplatz im Wadi Tanuf

Unterhalb der Ruinen stehen mächtige Bäume im Wadi. Sie trotzen schon hunderte von Jahren den manchmal starken Regenfällen, den manchmal starken Wasserströmen. Die vielen regenlosen Monate überstehen die Bäume dank ihrer langen Wurzeln, denn tief im Wadigrund holen sie den Überlebenssaft nach oben. Einen dieser Überlebenskünstler suchen wir uns aus. Er gibt uns Schatten und viel Platz. Nur wenige Meter seitwärts erhebt sich die Felswadiwand. Ein Wasserkanal folgt dieser Wand bis zur Moschee, bis zu den Ruinen, bis zu den Plantagen im Dorf.

Idealer Waschplatz
Idealer Waschplatz

Wir lieben solche Plätze, denn was wir idealerweise immer gebrauchen können sind Wasser, Schatten und ein romantisches Umfeld. All dies gibt es hier wie vorbestellt. Wasser ist uns dabei immer am wich-tigsten. Die oft vorhand-enen Wasserkanäle sind ein Lottogewinn. Einem Vollbad steht nichts im Wege. Auch waschen wir da meist unsere Wäsche und reinigen unseren angeschwärzten Kaffee-Tee-Kessel auf gründlich-ste. Dabei müssen wir nicht auf jeden Tropfen Wasser achten. Uns ist aber auch immer bewusst, wie wichtig Wasser ist, wie wichtig sauberes Wasser ist, und wie wichtig ein dankbarer Umgang mit diesem Element, überall auf der Welt, sinnvoll wäre.

Dieses ''viele'' Wasser verwöhnt sozusagen auch täglich unsere Augen, denn nur dem Wasser haben wir das viele Grün im Umfeld zu verdanken. Oft folgen in sehr kurzen Wanderabständen regelrechte Grünorgien. Wadi folgt da auf Wadi.

Wadi folgt auf Wadi
Wadi folgt auf Wadi
Wasserauffangbecken-Lagerplatz
Wasserauffangbecken-Lagerplatz

Nur eine Nacht verbringen wir in einem richtigen Stein-wadi. Hier gibt es keinen Wasserkanal. Die Bäume sind nicht mächtig. Und wir überlegen die Verwendung von jedem Wassertropfen. 

So vergehen die Tage und Nächte bis Muscat mit reichlich Abwechslung, mit reichlich neuen Erfahrungen und mit reichlich Wanderkilometern in den Beinen. Am letzten Abend erkennen wir die vielen Lichter von Muscat aus der Ferne. Dabei wird uns klar, dass das viele Stadtlicht uns den Sternenhimmel vermiest. Man kann halt nicht alles haben.

Nur kurz bleiben wir in Muscat, denn die Überraschungs-Mail zwingt uns zur Eile. Lieber Besuch aus Deutschland hat sich angesagt. Nicht für Muscat. In Salalah wollen wir uns treffen. Salalah liegt über 1000 km von Muscat entfernt. Wir mieten uns den kleinsten Flitzer. Mit ihm (ist natürlich ein Toyota) erkunden wir recht flott die Stadt. Am schönsten ist der Abend am Hafen, an der Promenade und den umgebenden Parks. 

Muskat, die berühmte Hafenpromenade
Muskat, die berühmte Hafenpromenade
Pakistani studieren ihre Heimatverbindung
Pakistani studieren ihre Heimatverbindung

In Ruwi besuchen wir die Märkte der Inder, der Pakistani und weiterer Asiaten. Der Oman ist ein Völkergemisch der zwiespältigen Art. Weit über 50 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer. Für mich sind sie, genau wie in den VAE, auch hier die Arbeitsameisen. Sie halten das Land am laufen, am atmen, geben dem Land das so wichtige Rückrat. Vielen Ameisen geht es gut, viele stöhnen aber auch unter den Belastungen, den Arbeitsbe-dingungen und der Sehnsucht nach der Heimat. Wir mögen die netten Ausländer, denn da bekommt man das beste Essen, gute Infos zu ihren Lebensgeschichten, auch Informationen zu ihren Heimatländern und so manchen Geheimtipp für den Oman selbst.

Die Schaukel ist kein Geheimtipp, doch so kräftig Gi da schaukelt, so kräftig flott wollen wir bald in Salalah sein.

Schön wenn man es genießen kann
Schön wenn man es genießen kann

Nach ca. 450 Wanderkilometer im Oman verlassen wir Muscat im Mietwagen. Im Kofferraum darf sich Toyota-Wägelchen ausruhen. Auch unsere Füße - besonders die von Gi - sind für die Wanderpause dankbar. Wir selbst freuen uns auf Salalah, auch auf die Fahrt durchs Leere Viertel und natürlich können wir es kaum erwarten unseren Besuch in Salalah in die Arme zu schließen. 

 

Warum wir in Salalah Besuch bekommen, was wir auf dem Weg dorthin erleben und wie unsere Salalahzeit verlaufen wird, erzähle ich im nächsten Bericht.

 

Bis dahin,

liebe Grüße,

Wi + Gi  / Stand: Fast Ende März 2015

Buch - Abgelatscht

Abgelatscht - 5740 Wanderkilometer durch 11 Länder - Wi + Gi Hofmann
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Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt - Wi + Gi Hofmann
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Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
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Oman Fischer
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Oman/Jemen Leeres Viertel
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Tempelbaumblüten
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Afrika - Strahlende Kinderaugen
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Indien Taj Mahal
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Iran
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Mit der Enfield durch Indien
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Mein Steg, mein Strand, mein Meer
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Kurdische Lebenslinien - Iran
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Mondsichelstürmer
Mondsichelstürmer
Spiegelung
Spiegelung
Die Sonnenfängerin
Die Sonnenfängerin
Wanderung Neuseeland
Wanderung Neuseeland
Beim Straßenzahnarzt in Indien
Beim Straßenzahnarzt in Indien
Kappadokien
Kappadokien
"Leeres Viertel"
"Leeres Viertel"
Hahn im Korb - Oman
Hahn im Korb - Oman
Neuseeland
Neuseeland
Australien
Australien
Indien
Indien
Bayrischer Wald
Bayrischer Wald
Weg in den Nebel
Weg in den Nebel