Indien Teil 3

Indien - Gefühlschaos

Die Farbe Pink finden wir in der Pink City tatsächlich. Allerdings ist dazu ordentlich Sonne nötig. Scheint die Sonne, die Stadt ist dazu momentan nicht total versmogt, dann klappt es wirklich und all die Mauern, die Paläste und Stadttore erleuchten in Pink. Die verwendeten Bausteine besitzen die Grundfarbe Pink, welche bei Sonneneinstrahlung so richtig das Touristenherz erstrahlen lassen.

Nun bin ich nicht der Typ, welcher versucht, zum tausendsten Mal all die berechtigt oder unberechtigt auserkorenen Sehenswürdigkeiten einer Stadt zu beschreiben. Speziell der Bundesstaat Rajasthan, von welchem ja Jaipur mit knapp 4 Millionen Einwohnern die Hauptstadt stellt, wird mit all seinen weiteren Rajasthan - Touri- Städten und Sehenswürdigkeiten in jedem Reiseführer ausführlich und überaus positiv beschrieben.

Etwas Pink
Etwas Pink

Was uns persönlich aber wirklich in Jaipur begeistert, ist neben den endlos erscheinenden Basaren zwischen all den zinnenbewehrten Pinkmauern, der Palast der Winde. Bei 35 Grad und gefühlten 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, bin ich den Erbauern überaus dankbar, wirklich dankbar!

Man stelle sich nämlich nur vor, man wandelt durch den Windpalast und spürt dabei tatsächlich den sehr angenehm frischen Wind bei jedem Meter. Er liebkost deinen schweißgebadeten Körper. Er leckt dich trocken. Du atmest durch und kannst wieder klar denken. Und da du plötzlich wieder klar denken kannst, fragst du dich, warum gibt es nur so viele mit Strom betriebene Klimaanlagen in der Welt?

Vor über 200 Jahren hat man ja genau diese Klimaanlage ohne Strom hier bereits gebaut. Da dieser luftige Palast hauptsächlich wegen der Neugier der darin wohnenden Damenwelt erbaut wurde – sie konnten vom Palast aus ohne Schweißanstrengung den Straßenbasar beobachten - könnte man ja einfach behaupten, nur wirkliche Damen dürfen erquickender Luftströmungen frönen. Doch weit gefehlt, denn bereits viele Jahrhunderte vorher gab es bereits sinnige kleine Familien- Häuslein mit Luftströmungen der sehr angenehmen Art. Zum Beispiel werden noch heute, diese, ich nenne sie mal, Energiesparhäuser-die-niemand-nachbauen-will - wirklich bekannt auch als Windtürme - in weiten Teilen des Jemen und in der Golfregion des Iran bewohnt bzw. neu erbaut. Die Luftigen sind so raffiniert gestaltet, dass manche zügigen Kühlecken sogar den heutigen Kühlschrank spielend ersetzen.

Warum nun sind diese Windtürme nicht Exportschlager für viele Heißluft-Regionen unserer Welt? Muss alles neu erfunden werden? Muss alles mehr Geld kosten, alles Energie fressen bis zum bitteren Ende? Ich habe leider keine Antworten!   

Pink - Windpalast
Pink - Windpalast
Amber - Palast
Amber - Palast

Von Jaipur sind es nur wenige Kilometer bis Amber. Die alte Königsstadt hat natürlich, Rajasthan üblich, auch einen Palast. Und der liegt fantastisch auf einer Bergkuppe. Um da ohne Schweißperlen raufzukommen, kann man einen der unzähligen Elefanten besteigen. Ohne großartig zu überlegen, tun wir es auch. Nur wenige Minuten später wird uns bewusst, wie blöd wir eigentlich sind. Der arme Elefant quält sich den langen steilen Weg rauf. Es müssen um die 40 Grad sein. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt meine Kameralinse arg beschlagen. Es ist so gegen 11 Uhr. Alles flimmert vor Hitze.

Kameralinse arg beschlagen
Kameralinse arg beschlagen

Zu dieser Zeit liegen frei lebende Elefanten irgendwo im Dschungel an einem Wasserloch. Sie saufen dabei literweise Wasser, spritzen sich lustvoll voll und wälzen sich im Schlamm. Bei unserem Elefanten sitzt ein unsympathischer Treiber genau hinter seinen Ohren. Und zu allem Überfluss, wir zwei Dummköpfe im schaukelnden Tragekorb dahinter. Wir 3 schwitzen ohne uns zu bewegen. Der Treiber schwitzt wie ein leckes Wasserfass. Kein Wunder, denn der Treiber hat unser 2 Personengesamtgewicht.

Ob der Elefant schwitzt, kann ich nicht einschätzen. Er muss aber mächtig Durst haben, geht es mir durch den Kopf, denn wir merken recht schnell, er fühlt sich absolut unwohl. Alle paar Meter gibt er komische Geräusche von sich, wobei er fast ständig durch seinen Rüssel bläst. Dieses Blasen geht einher mit dem Ausstoß ekelhafter Flüssigkeit. Da die Wind- und Blasrichtung leider stimmig sind, landet der flüssige Schleim regelmäßig bei uns.

15 lange, nicht endend wollende Minuten, erleiden wir die Schleimberieselung im Minutenabstand. Sehr blöd für uns, denn mancher Schleim fliegt uns ins Gesicht. Es geschieht uns aber recht. Die Schleimberieselung hat uns zudem um die 10 stolze Euro gekostet. Wir hätten ja auch laufen können. Mehr geschwitzt hätten wir auch nicht.

Als wir endlich absteigen können, verlangt der Treiber ein Trinkgeld von uns. Umgerechnet weitere 10 Euro sollen wir berappen. Ich denke, ich höre nicht richtig. Da dies der Treiber wahrscheinlich auch denkt, wiederholt er die Summe seiner Begehrlichkeit. Dem hat die Hitze völlig das Gehirn ausgesaugt, vermute ich in diesem Moment.

Da eine indische Touristen- Abzockerfibel garantiert leicht 1000 Seiten füllen würde, sah man sich irgendwann in Amber wahrscheinlich gezwungen, den oft leichtgläubigen Touristen auf einem Schild beim Eintrittsfensterchen mitzuteilen, dass mit der Elefanten-Reit-Eintrittskarte alles bezahlt sei, und somit weitere Forderungen der Treiber illegal seien. Man möge solche Treiber sogar melden! Das riecht ja stark nach deutschem Ordnungsamt. Was mag hier schon alles los gewesen sein um solch ein Warnschild auf indischem Hoheitsgebiet aufzustellen? Gab es Kämpfe zwischen den Touristen und Treibern? Gab es einen regelrechten Elefantentreiber- Trinkgeldkrieg am Fort Amber? Wurden Touristen (sogar Deutsche?) abgeworfen, qualvoll zermalmt? Geht jetzt meine hitzige Fantasie mit mir durch? Hat mein Gehirn auch schon gelitten, ist ausgebrannt? Ist es wirklich so heiß?

Jedenfalls reichen meine ausgetrockneten Windungen noch dafür aus, dem unsympathischen Wasserfass zu erklären, dass ein Trinkgeld, wie der Namen ja schon sagt, bedeutet, er möchte Geld für Trinken. Der

einzige der hier was zum trinken braucht, wäre unser geplagter Elefant. Und da du ja jetzt wieder runter musst, kannst du da unten am See deinem Elefanten viel, viel Wasser saugen lassen. Es ist zwar dann kein Trinkgeld, jedoch ein Freigetränk, sogar tausend Rüssel- Freigetränke sind da möglich, sofern du willst, denn es kostet ja nichts.

Wasserfass läuft fast über, verdreht seine wässrigen Äuglein, schwankt zwischen den riesigen Ohren hin und her und versucht heiße Luft zu erhaschen. Sein schlappriger Mund schnappt irgendwie karpfenähnlich.

Mit Eisen gefesselt
Mit Eisen gefesselt

Natürlich ist es irgendwie schick, gemütlich – wenn denn der Schleim nicht wäre - und auch spannend auf einem Elefanten zu sitzen. Mir wurde erst bewusst wie anstrengend es für den armen Kerl sein muss, als ich selbst auf seinem Rücken saß. Da ging es echt steil rauf. Die Geräusche waren wirklich fürchterlich. Stunden später haben wir dann auch noch zufällig gesehen, wie die Elefanten ihre Freizeit verbringen. Wie mittelalterliche Knastbrüder mit dicken Eisenketten bewegen sie sich um wenige Zentimeter nach vorne, nach hinten, nach vorne, nach hinten ...  

Wir verlassen die Elefantenhochburg Richtung Puskhar. Der relativ kleine Ort gefällt uns auf Anhieb. Relativ klein bedeutet, hier gibt es nur um die 20 Tausend Einwohner. Fast zu 100 Prozent sind es Hindus. Diese haben sich einen wirklich herrlichen Platz zum Leben ausgesucht. Die eigentliche Seele von Puskhar ist ein See. Früher war dieser Seeort ein wichtiger Lager- und Handelsplatz für durchziehende Karawanen. Tempel entstanden. Die Tempel und oftmals dazugehörenden Ghats (Treppen zum See oder zu Flüssen) sind den Hindus heilig. Daraus folgt, der Ort ist auch ein Pilgerort.

Habe ich, sagt er.
Habe ich, sagt er.

Da einige der vielen indischen Pilgerorte auch von ausländischen Touristen besucht werden, stimmt dort die touristische Infrastruktur auf indische Art. Dies bedeutet auch, Schlepper können gewaltig nerven. Es gibt aber auch Tage, an denen könnte ich die Nervensägen küssen. In Puskhar geraten wir an solch eine zu küssende Nervensäge. Er will einfach nicht aufgeben. Ob wir ein Zimmer suchen, möchte er ständig wissen. Die Nervensäge gewinnt. Ich stelle ihn auf die Probe.

Ja, wir suchen ein Zimmer für 2 bis 3 Nächte. Sauber, nicht so klein, Balkon wäre nett, gute Aussicht, kostenfreies Wifi ist wichtig und preiswert soll es sein. Auch brauchen wir für Kampfmaschine einen sicheren Nachtlagerplatz.

Habe ich, sagt er. Dabei glänzen seine Augen (Schlepper bekommen vom Hotelbesitzer bis 10% vom Übernachtungspreis).

Habe ich, kennen wir. Das sagen alle Schlepper. Dann folgt meist, sofern wir überhaupt Schlepperdienste in Anspruch nehmen, die Enttäuschung. Da jedoch seine Art und auch seine Augen sehr viel positives ausstrahlen, sage ich diesmal okay. Die Probe geht also weiter.

Er fährt vorneweg. Wir tuckern hinterher. Tuckern ist nicht nur wegen der Endfield- Melodie das richtige Wort. Es passt von der Enfield- Fahrt- Schrittgeschwindigkeit auch zu den endlos erscheinenden Gassen, den folgenden Gässchen, und somit auch von der verzwickten Lage von: Habe ich.

Wir sind freudig überrascht. Probe bestanden! Unsere aller Augen leuchten.

Das Zimmer ist sehr gut. Balkon ist vorhanden. Warmes Duschwasser gibt es zu festgelegten Zeiten. Wifi ist kostenfrei. Wir verhandeln den Preis für 3 Nächte. Jeder ist letztendlich fast zufrieden. Nur Kampfmaschine zieht eine Niete, denn sie bekommt sozusagen den Schmuddelplatz hinter der heiligen Kuh angeboten. Sie wird damit umgehen müssen.

Da uns der Pensionbesitzer glaubwürdig versichert, in seinem Viertel wurde noch nie eine Enfield geklaut, segnen wir die Übernachtungen endgültig ab. Zum Glück, denn zur Pension gehört auch ein zauberhaftes Dachrestaurant mit Blick zum See und den Ghats.

Wir genießen die Zeit in Puskhar, den verwunschenen Blick auf den See, die Wanderungen um den See und die Vielfalt der langen Speisekarte. Stunden sitzen wir auf unserem Aussichtsturm.

Wir beobachten dabei die Pilger, bestaunen die bunte Vielfalt ihrer Gewänder und lauschen den immer wiederkehrenden Gesängen aus den Tempeln.

Pilger
Pilger

Speziell zum Sonnenuntergang wirkt die ganze Szenerie Surreal. Es kehrt Ruhe ein. Ruhe ist in Indien ein kostbares Gut, denn besinnliche Ruhe ist im Land der vielen, vielen Menschen nur selten zu haben.

Aussichtsturm
Aussichtsturm

In diesen Ruhephasen bringt mir der Kellner immer ein großes kaltes Bier. Es lächelt mich verschämt aus einer großen Kaffeetasse an. Von Bundesstaat zu Bundesstaat sind die Alkohol- Ausschankgenehmigungen sehr unterschiedlich. Auch kosten die Schank- Lizenzen viel Geld. Deshalb wir oft illegal ausgeschenkt. Mir kann es egal sein, denn auch aus einer Kaffeetasse schmeckt das kühle Kingfisher prima.

Während dieser Kingfisher- Ruhephasezeit lassen wir die Tage ausklingen. Wir sind uns dabei einig, Puskhar hat was. Liegt es nur an der abendlichen Ruhe? Nicht nur, denn Puskhar ist das, was man sich unter einem Pilgerort als gemeiner Tourist vorstellt. Es sind die Farben, die Gerüche, die Pilgerzsenen, das Gewusel in den Gassen, die Geräusche aus den Tempeln und auch die abgasfreie Luft.

Uns tun diese Ruhetage in Puskhar sehr gut, denn die Zeit heilt auch unsere Zipperlein. Leider hatten wir vergessen, bei der Segnung von Kampfmaschine auch gleich uns gegen eventuelle Zipperlein segnen zu lassen.

Meine Steißbeingegend ist vom vielen sitzen auf Kampfmaschine irgendwie geprellt, verursacht leichten Schmerz und ist etwas Wund gescheuert. Den Wolf kennen wir ja von unseren Wanderungen und auch teilweise von unserer Weltradeltour, doch war mir nicht bewusst, was Motorradfahrer so alles ''aushalten'' müssen. Was mir dabei aber auch klar wird, wie hätten wir dem Sadhu ein eventuelles Steißbeinproblem als Segnungsgrund erklären sollen? Ich denke zudem, nicht alles ist einer Segnung würdig.

Gi löst mein Problem recht schnell. Sie verordnet Salbe und ein Sitzkissen. Dabei sagt sie, ihr Männer bleibt halt immer kleine Kinder.

Um ihre Behauptung zu untermauern, erinnert sie mich an ein fast lustiges Problem während unserer längst vergangenen Radeltage in Indien.

 

Rückblick Radeltour Indien 2007:                     Gi hatte schon gut eine Woche den Durchfall der schlimmen Art. Radeln und Durchfall als Mix sind nicht sehr angenehm. In Indien schon gar nicht. Sie hatte einige Kilo abgenommen und auch sonst ging es ihr nicht gerade rosig. Irgendwann kam der Tag, wo es langsam ernst wurde. Also ging Gi in eine Apotheke um Tabletten gegen Durchfall zu kaufen. Die bekommt sie auch. Der Apotheker schreibt ihr auf die Packung auch genau die tägliche Ration.

Leider wird es nicht besser. Ganz im Gegenteil. Das Problem wird sozusagen täglich immer beschissener. In ihrer Not schaut sich Gi die Packung genauer an. Was stellt sie da fest?

Ich mag es gar nicht schreiben, denn bei all der beschissenen Ernsthaftigkeit, werde ich nun Lachsalven nicht vermeiden können, denn der Apotheker hatte ihr tatsächlich Abführtabletten verkauft. Es darf nun kräftig gelacht werden.

Damals war Gis Kommentar, ich hasse dieses Land! Heute können wir kräftig und lange darüber lachen.

 

Ach ja, bezüglich der Behauptungs- Untermauerung bezüglich Männer sind wie kleine Kinder, Frauen sind wirklich hart im Nehmen. Und Gis Zipperlein erledigt sich diesmal mit Tabletten der richtigen Art sehr schnell.  

Wasserschloss Utaipur
Wasserschloss Utaipur

Von unseren Zipperlein geheilt, tuckern wir weiter nach Utaipur. Utaipur ist sozusagen die große Verwandtschaft von Puskhar, denn auch hier gibt es Seen, Tempel, Paläste und Zonen für ruhebedürftige Touristen. Alles ist aber um einige Nummern größer. Trotz der Größe stellt sich bei uns nicht dieses Puskhar- Rundum- Wohlgefühl ein. Wir bleiben deshalb nur kurze 2 Tage und tuckern weiter nach Ahmedabad, welches im 3. Bundesstaat unserer bisherigen Tour liegt.

Die ersten tausend Tuckerkilometer zeigt mir der Tacho in Ahmedabad. Ahmedabad ist noch um einige Nummern größer. Die 6 Millionenstadt wirkt trotz ihrer Größe irgendwie aufgeräumt. Ist dies einem berühmten Mann der Stadt geschuldet? Gandhi ist diese von mir so geliebte Berühmtheit.

Gandhi mit Salzmarsch - Weggefährten
Gandhi mit Salzmarsch - Weggefährten

Natürlich besuchen wir den Ashram- Sabarmati (Rückzugsort bzw. spirituelle Gemeinschaft) von Gandhi. Während seines langen Kampfes um die Unabhängigkeit war der Ashram sozusagen sein Hauptquartier. Von hier aus begann auch 1930 der legendäre Salzmarsch.

Die Wirkungsstätte, gelegen an einem großen Fluss, wirkt noch heute idyllisch. Große Bäume sorgen für Schatten auf dem relativ großem Geländer. Friedliche Stimmung kommt mir da in den Sinn.

Nach seinem gewaltsamen Tod, wurde hier etwas Asche von Gandhi in den Fluss gestreut. Es gibt ein informatives Museum. Und man kann auch die sehr spartanische Wohnung von Gandhi besichtigen. Da steht auch sein Spinnrad in einer Ecke des fast kahlen Raumes.

Wir verweilen einige Stunden im Ashram. Wir sind während dieser Zeit die einzigen ausländischen Touristen. Nur selten verirren sich Ausländer nach Ahmedabad.

Was empfindet man an solch einem Platz? In mir werden Erinnerungen wach gerufen. Filme über Gandhi habe ich gesehen. Bücher von und über Gandhi habe ich gelesen. Egal ob ich nun gesehen oder gelesen habe, jedes Mal war ich erneut berauscht von dieser Person. Überaus hat mich seine Weisheit, seine Einfachheit, sein fast übermenschlicher Wille, sein gewaltfreier Kampf für sein Indien und besonders sein Kampf im Interesse von wirklich bedürftigen Menschen fasziniert.

Noch am Abend bin ich wie elektrisiert, verstört und auch traurig, denn beim Verlassen vom Ashram, erleben wir nur wenige hundert Meter vom Ashram entfernt, unbegreifliches.

Unterhalb der Hauptstraße zum Ashram, befindet sich in einer Senke, eines der Armenviertel der Stadt. Vor einer erbärmlichen Hütte liegt ein Kind in einer Hängematte. Wir bemerken sofort, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt.   

Da könnte man verrückt werden
Da könnte man verrückt werden

Ist das Kind krank oder fehlt dem Kind einfach nur genügend Nahrung? Wir werden es nie erfahren. Neben der Hängematte sitzt ein recht beleibter Mann. Um den Mann herum liegen leere Kingfisher- Bierflaschen verstreut. Er ist betrunken. Auch wirkt er leicht aggressiv auf mich. Eine sinnvolle Unterhaltung, um dem Kind irgendwie zu helfen, kommt leider nicht zustande.

Indien hat weit über 1 Milliarde Menschen. Davon leben noch immer ca. 400 Millionen in bitterer Armut. Indien besitzt viele Atombomben und leistet sich Flugzeugträger. Pervers? Natürlich empfinde ich dies als absolut pervers. Jetzt könnte ich unendlich viel Müll über Indien auskippen, denn den gibt es reichlich. Aber nicht nur Indien ist in dieser Beziehung pervers. Deshalb müsste der perverse Müll über viele Länder verteilt werden.

Bedürftige Menschen, Menschen welchen unbedingt geholfen werden müsste, gibt es auch in Deutschland, in Südamerika, in den USA, in Afrika und, und, und …

Was es leider fast gar nicht gibt, sind Menschen wie Gandhi. Die Menschheit kennt viele Götter. Warum belohnen diese Götter, Menschen wie Gandhi, nicht mit ewigen Leben? Die Menschheit hätte viele Gandhis bitter nötig!


Bis zum nächsten Bericht,


LG, Wi + Gi + Kampfmaschine


Kilometer:   ca. 1000 km                                              Stand: Mitte September 2015

Buch - Abgelatscht

Abgelatscht - 5740 Wanderkilometer durch 11 Länder - Wi + Gi Hofmann
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Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt - Wi + Gi Hofmann
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Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
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Oman Fischer
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Oman/Jemen Leeres Viertel
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Tempelbaumblüten
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Afrika - Strahlende Kinderaugen
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Indien Taj Mahal
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Iran
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Mit der Enfield durch Indien
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Mein Steg, mein Strand, mein Meer
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Kurdische Lebenslinien - Iran
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Mondsichelstürmer
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Spiegelung
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Die Sonnenfängerin
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Wanderung Neuseeland
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Beim Straßenzahnarzt in Indien
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Kappadokien
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"Leeres Viertel"
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Hahn im Korb - Oman
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Neuseeland
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Australien
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Indien
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