Australien - Land der weiten Wege - Teil 1

Start mit Toyota-Oma

Während unserer Weltradeltour waren wir für einige Monate in Australien unterwegs. Damals wurde uns schnell bewusst, Australien ist ein Land der langen & weiten Wege. Bedingt durch unsere Radel, hatten wir somit nur einen Bruchteil des interessanten Landes kennengelernt. Diesmal wollen wir mehr sehen, so zumindest sind unsere Gedanken für das nächste Etappenziel unserer Winterpausentour.

Nach unserer Landung in Sydney verbringen wir die erste Nacht aus Kostengründen gleich im Flughafen. Es ist überraschend kalt im schönen Sydney. Wenig später erwärmen uns zumindest die Gedanken an die weitere Australienpausenzukunft, denn wir starten Toyota-Oma. Oma soll uns für die nächsten knapp 3 Monaten die weiten Wege durch Australien verkürzen. Oma ist unser kleiner Camper. Warum aber der eigentümliche Name Oma?

Als ich bei der Übergabe des Campers auf den Kilometerstand schaue, traue ich meinen Augen nicht. Gute 320.000 Kilometer lese ich da. Auch sonst sieht der Camper recht betagt aus. Das ist ja ein Opa, schießt es mir durch den Kopf. Da auf Frauen in der Regel mehr Verlass ist, entscheide ich mich dann doch für Oma. Die ersten Kilometer mit Oma sind sehr gewöhnungsbedürftig, denn neben den vielen Kilometern in den Gelenken, hat Oma ihr Lenkrad zudem rechts. Nach dieser Linksfahreingewöhnungsphase, beginne ich aber recht schnell, Oma irgendwie zu mögen, denn sie rollt zu meiner Freude sehr ruhig, sehr einfühlsam und fast schon elegant die ersten weiten Wege entlang. Ist gut so, dass wir uns gleich so prima verstehen, denke ich, denn wir wollen ja auch im Bauch der Oma schlafen, kochen, zusammen das Outback durchqueren, Tiere beobachten, üble Pisten überleben, also eine schöne Zeit zusammen haben. Ärger soll es da ja nach Möglichkeit nicht geben. Toyota-Oma strengt sich an. Was wir hoffen, es möge so bleiben!

Unsere Toyota-Oma
Unsere Toyota-Oma

Oma erkämpft auch die ersten Berge wie ein junges Ding. Im Nationalpark ``Blaue Berge``, immerhin über 1100 Meter hoch gelegen, verbringen wir gemeinsam die ersten Tage. Wir bestaunen die vielen Schluchten, Felsklippen, Flüsse, Höhlen, die Tierwelt und Wasserfälle der Nationalparkregion. Natürlich sind dabei auch Wanderungen angesagt, denn um an die schönsten Stellen zu gelangen, geht es schon des öfteren echt steile Wanderwege rauf oder runter.

Eine der 3 Schwestern
Eine der 3 Schwestern
Wasserfall bei den Schwestern
Wasserfall bei den Schwestern




Die Blauen Berge (schieferblauer Dunst, erzeugt von den Ölnebeln der Eukalyptusbäume, sind der Hintergrund der Namensgebung) sind sozusagen der Erholungshinterhof von Sydney. Entlang der Hauptstraßenroute ist die Infrastruktur den Bedürfnissen der Touristenströme hervorragend angepasst.

Modebewusst sind sie nicht gerade
Modebewusst sind sie nicht gerade

Viele Ortschaften haben da schon Museumflair, die Unterkünfte (brauchen wir ja dank Oma nicht) erreichen spielend die Oberklasse und die Restaurants geben sich ordentlich Oberklassen-Mühe (brauchen wir ja auch nicht dank Oma), zumindest was die Preisgestaltung betrifft. Es kann also recht voll an der Hauptroute werden. Dies hat natürlich auch Vorteile, denn schnell wird einem bewusst, dass in Punkto Kleiderordnung, es die Australier zum Glück eher lax nehmen. Ich selbst bin nämlich ein Modemuffel, schaue jedoch auf angemessene Bekleidung für die jeweilig bereiste Region. In Australien fällt es mir sehr leicht passendes zu finden. Nur eines bringe ich nicht fertig, es sind die sehr oft zu sehenden Kniestrümpfe, farblich natürlich total unpassend zu den kurzen Hosen, bei der Männerwelt. Der Anstand verbietet es mir, bezüglich der australischen Damenmodewelt, einen Kommentar zu verfassen, denn auch da gibt es manch kurioses zu bestaunen. Mann und Frau brauchen also nicht unbedingt jeweils 3 volle Modekoffer um das weite Land zu bereisen.

Doch bei lange vorher geplanten Festen, blitzt geradezu das Modebewusstseins-Gen bei den Australiern (es gibt es also doch) durch die Städtchen der Blauen Berge. In Katoomba, einer dieser Vorzeigesortschaften, gibt es nämlich ein Fest. Rein zufällig nehmen wir daran teil. Nun raten wir Mal welches? Auf dem Fest wird unheimlich viel Bier getrunken. Und Lederhosen sowie Dirndel sind der Renner. Ach ja, und es gibt auch Kartoffelsalat mit Wüstchen. Ja genau, es ist das etwas verspätete bayrische Oktoberfest in Katoomba. Da ist dann auch wirklich, wir kommen aus dem staunen nicht heraus, urig, fesche Ausi-Mode angesagt.

Fesch gell?
Fesch gell?







Fast jeder Australier hegt den Wunsch das so ferne Europa irgendwann zu besuchen. Auf der Wunschliste für Europa steht ganz oben das urige Oktoberfest. Da geht es dann

hauptsächlich ums so gute Bier, denn die

Australier sind wirklich sehr, sehr

trinkfreudige Gesellen. Da sich nicht jeder

den Wunsch sogleich erfüllen kann, gibt es

halt die Ersatzoktoberfesttrinkgelage in vielen australischen Gemeinden.

Als die Trinkbrüder- und Schwestern hörten,

dass wir fast aus München sind -330 km von

Sonneberg bis München sind für Australier ja

keine Entfernung-, war die Gaudi zum

überkochen. Fast ``Echte Münchner`` zum

Oktoberfest in Katoomba, erleben die

Katoombaner halt nur einmal im Leben.

Fast echt wirken die Burschen.
Fast echt wirken die Burschen.

So ein Oktoberfest in den Blauen Bergen ist natürlich schon wegen der anderen australischen Kleiderordnung unvergesslich, doch das Oktoberfest haben wir ja selbst vor der Haustür. Wir erleben in den Blauen Bergen, neben vielen Naturschönheiten, auch unsere ersten Tiererlebnisse. Diese finden wir weit interessanter, denn speziell in dieser Region wimmelt es geradezu von Echsen. Wir umrunden sozusagen die herrlichen Nationalparkberge, kommen so auch an der Höhle von Jenolan vorbei. Dort sind wir dann fast alleine. Fast bedeutet, Urlauber verirren sich hier eher selten. Dabei sind die Höhlen ein Traum. Und die Tierwelt fast noch traumhafter. So erleben wir beides sehr ungestört.

Unsere Gäste
Unsere Gäste





Zum Frühstück und Abendbrot besuchen uns Papageien. Natürlich teilen wir die Mahlzeiten mit den Gästen. Zu den Gästen gehört auch ein Opossum. In Neuseeland wird er gehasst (da gibt es echt viele), in Australien ist er eine Seltenheit.

Putziger Opossum
Putziger Opossum
Emu
Emu



Da wir gerade bei den Tieren sind. Auf dem Weg von den herrlichen Bergen zur Küste, wir wollen dort Koalas in der Wildnis suchen, treffen wir überraschend einen Emu. Wir sehen später noch sehr viele Emus, doch unser erster wird ewig in Erinnerung bleiben, denn kein weiterer hatte so durchdringende Augen und solch einen Wuschelkopf. Gi sagte gleich, Wi, der hat Ähnlichkeit mit dir, beide solltet ihr unbedingt zum Barbier gehen.

Ob wir Koalas in der Wildnis Australiens sehen werden, ob Toyota-Oma weiter flott die geforderten km ohne Klagen erträgt und was wir sonst noch so auf den weiten australischen Wegen erleben werden, berichte ich im nächsten Teil.


Bis dahin,

liebe Grüße,

von Gi, Wi + Toyota-Oma


Stand: Anfang November 2014


PS: Noch eine Seitenporträt - Zugabe vom Wuschel - Wi - Emu

Stimmt einfach alles, Blick und Frisur.
Stimmt einfach alles, Blick und Frisur.

Buch - Abgelatscht

Abgelatscht - 5740 Wanderkilometer durch 11 Länder - Wi + Gi Hofmann
Abgelatscht - 5740 Wanderkilometer durch 11 Länder - Wi + Gi Hofmann

Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt - Wi + Gi Hofmann
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Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
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Oman Fischer
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Oman/Jemen Leeres Viertel
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Tempelbaumblüten
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Afrika - Strahlende Kinderaugen
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Indien Taj Mahal
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Iran
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Mit der Enfield durch Indien
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Mein Steg, mein Strand, mein Meer
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Kurdische Lebenslinien - Iran
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Mondsichelstürmer
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Spiegelung
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Die Sonnenfängerin
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Wanderung Neuseeland
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Beim Straßenzahnarzt in Indien
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Kappadokien
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"Leeres Viertel"
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Hahn im Korb - Oman
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Neuseeland
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Australien
Australien
Indien
Indien
Bayrischer Wald
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Weg in den Nebel
Weg in den Nebel