Australien Teil 2

Mondgeflüster
Mondgeflüster

Weg ins Outback

An der Südküste, mit seinen vielen Eukalyptusbäumen, kann man die Koalas noch in freier Wildbahn erleben. Man braucht nur ein gutes Auge für abgefressene Bäume, etwas Geduld und natürlich auch Glück. Wir haben Geduld, ein gutes Auge und natürlich auch Glück. Es dauert nicht lange, da sehen wir den ersten Koala. Wir stapfen durch den feuchten Wald, immer mit Blick nach oben, denn wo einer ist, sind weitere nicht weit. Es ist recht kalt an diesem Tag. Keiner unserer Freunde scheint munter zu sein. Alle schlafen. Wir mögen auch keinen wecken. Wir haben Angst, er würde sich erschrecken und somit wie Fallobst vom Baum fallen. Auch ohne ihre offenen Äuglein können wir sie genießen.

Schlafmützenkoala
Schlafmützenkoala
Viele Pausen, auch mit Gästen.
Viele Pausen, auch mit Gästen.

Während der Tage an der Südküste wechselt ständig das Wetter. Es regnet manche Stunden sogar wie aus Eimern. Die anderen Stunden sind meist mit Sonnenschein verpackt. Wir atmen da die frische Seeluft, köcheln an irgendwelchen Plätzen lecker Essen und suchen uns bereits am Nachmittag einen Platz für die Nacht. An der Südküste, sie ist relativ dicht bevölkert, dauert dies immer etwas länger. In der Regel fahren wir in ein Dorf, einen Weiler, immer abseits der Hauptstrecke, denn dort sind die besten Plätze für uns. Es gibt immer, auch wenn die Gemeinde nur 100 Einwohner hat, einen Sportplatz oder gar einen Picknickplatz. Ist jemand von den Bewohnern zu sehen, so fragen wir ob wir hier übernachten dürfen. Es gibt nie eine Ablehnung. Oft zeigt man uns sogar wo im Ort der beste Platz ist, mit Trinkwasser, Toiletten oder gar ein Grillplatz. Nur selten suchen wir einen Campingplatz auf, wenn ja, dann ist es wegen der zu füllenden Batterien, auch dem Bedürfnis geschuldet nach Tagen eine Vollduschung zu genießen. Natürlich fahren wir täglich durch irgendwelche Bilderbuchorte entlang der Küste. Alle sind herrlich schön auf Urlauber getrimmt. Da stimmt einfach alles. Dieses suchen wir aber nicht. Bei den Supersüdküstenattraktionen machen wir aber natürlich einen Stopp. Unvergesslich sind die 12 Apostel, denn neben den Giganten im Meer, überschlagen sich auch die Giganten der See sehr ungeordnet. Sturm ist angesagt. Es weht mit mindestens Windstärke 8. Wir haben windige Freuden.  

2 von den 12 Aposteln im Sturm
2 von den 12 Aposteln im Sturm


Fernradlerin
Fernradlerin

Auf dem Weg Richtung Norden, der Sturm ist längst vorbei und Port Augusta ist nicht mehr weit, treffen wir auf einem Parkplatz eine einsame Radlerin. Da wir gerade Mittagessen zubereitet haben, laden wir sie ein. Sie ist begeistert von unserer Gastfreundschaft. Schon Monate ist sie unterwegs, erzählt sie uns. In Perth, wo sie eigentlich wohnt, ist sie gestartet und will um ihr Land so lange radeln, bis sie keine Lust mehr hat. Die Australier können es nicht verstehen, sagt sie. Wir können es verstehen, sagen wir. Und wir wissen auch, was Radler so brauchen. Zum Abschied geben wir ihr noch zwei eisgekühlte Getränke mit.

Die Campinghütten werden kleiner
Die Campinghütten werden kleiner
Die Farmhöfe werden rustikaler
Die Farmhöfe werden rustikaler


Es ist wärmer geworden. Endlich wärmer, sagt Gi, fast täglich. Kein Wunder, denn täglich fahren wir Richtung Norden, und Richtung Norden bedeutet in Australien, es muss ja irgendwann wärmer werden.


In Port Augusta kaufen wir kräftig ein, denn hinter der Hafenstadt wird es einsam werden. Schon einige Tage merken wir, die Entfernungen von Ortschaft zu Ortschaft werden länger, die Farmerhöfe immer rustikaler und der Verkehr lässt sehbar nach.

Als wir den ersten Salzseen erreichen, wird uns klar, das Outback beginnt bald mit all seinen Schönheiten, Widersprüchlichkeiten und Gefahren. Und es wird ein sehr langer Weg bis Darwin werden. Der Stuart Highway durchschneidet Australien, sozusagen wie eine Torte, auf einige Tausend Kilometer von Süd nach Nord.  

Der erste Salzsee ist auch gleich ein ganz besonderer. Das Ungeheuer von Loch Ness, wurde er von seinen Anwohnern getauftDies zeugt vom glühenden Humor seiner Anwohner. Damit man auch wirklich glaubt, dass es das berühmte Seeungeheuer auch in Australien gibt, wurde es für immer in der Mitte des Salzes verankert.

Outbackhumor am Salzsee
Outbackhumor am Salzsee



Nicht weit vom See erleben wir einen der so typischen Outback-Sonnenuntergänge. Die unterschiedlichsten Rot-Gelbtöne scheinen zu verschmelzen. In der Ferne sehen wir Wetterleuchten.




Da wird uns bewusst, wir sind im Outback angekommen.

Nur Stunden später sehen wir das Schild der Schilder im australischen Schilderwald. Ja, die Australier haben unheimlich viele Schilder. Nach gut 2500 km beginnt nun endlich das Outback. Outback steht für harte Kerle, durchhaltefähige Mädels, Farmen so groß wie Bayern, Gluthitze, nette und weniger nette Tiere, Sonnenuntergänge aus dem Bilderbuch, rote Erde, weite Wege, Fliegen, Stechmücken, Naturwunder und, und, und .... Wir wollen es durchqueren, von Süd nach Nord bis Darwin + entlang der Westküste dann zurück nach Sydney. Tausende Kilometer liegen vor uns. Toyota - Oma stöhnt kurz auf. Sie kennt die Strecke wahrscheinlich schon. Wir kennen auch Teile der Strecke von unserer Australienradeltour. So stöhnen auch wir kurz, doch schnell gebe ich Gas, denn das Outback ist immer eine Reise wert. 

Um uns gemeinsam, liebe Leserin, lieber Leser, etwas aufs Outback vorzubereiten, habe ich einige Schilderbilder eingestellt. 


Durch anklicken der Bilder werden diese vergrößert + zeigen den Titel.

Schilder - Wahnsinn?

Ob Gi, Wi + Toyota-Oma, all den Outback - Herausforderungen gewachsen sind, ob die Schilder wirklich die Wahrheit zeigen, oder ob da einfach das Buschfieber die Künstler ereilt hat, verrate ich aber erst im nächsten Australienteil. 

 

Bis dahin,

echt liebe Grüße,

von Gi + Wi + Toyota-Oma

 

Stand: Mitte November

Buch - Abgelatscht

Abgelatscht - 5740 Wanderkilometer durch 11 Länder - Wi + Gi Hofmann
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Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt - Wi + Gi Hofmann
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Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
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Oman Fischer
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Oman/Jemen Leeres Viertel
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Iran
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Spiegelung
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Wanderung Neuseeland
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Kappadokien
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"Leeres Viertel"
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Hahn im Korb - Oman
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Neuseeland
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Australien
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Indien
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Bayrischer Wald
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Weg in den Nebel
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