Australien Teil 4

Westküstengeflüster
Westküstengeflüster

Westküstengeflüster

Goldiger Sonnenschutz
Goldiger Sonnenschutz

 

 

In Darwin bleiben wir 3 Nächte auf einem Camping, trotzen den über 40 Grad heißen Temperaturen, duschen täglich unendlich lange & kaufen viele, viele Vorräte für den nächsten Streckenabschnitt. Dies ist auch unbedingt nötig, denn auf dem Savannen Highway soll es sehr einsam werden. 

Brände sind im Norden fast an der Tagesordnung
Brände sind im Norden fast an der Tagesordnung

Was uns in der Einsamkeit sofort auffällt, es muss hier sehr viele Feuerteufel geben. Fast täglich fahren wir durch abgebrannte Waldgebiete. In manchen raucht es noch ordentlich. Nach ca. 1000 Kilometern zeigt mir ein Schild den Abzweig zur berüchtigten Gibb River Road. Diese führt durchs Kimberley-Kernland und gehört zu den schwierigsten Outbackstraßen. Neben den Schwierigkeiten soll aber die Landschaft unendlich beeindruckend sein. Auf knapp 700 Kilometern durchzieht sie als rotbraune Schneise die unendlich erscheinende Landschaft. Geeignet ist die Schneise allerdings nur für Allradwagen. 

Da sie am Abzweig asphaltiert ist, muss ich meinem Drang einfach nachgeben. 

Rotbraune Schneise
Rotbraune Schneise

Wir genießen genau diese ersten asphaltierten Kilometer, denn nur wenig später wird es rustikaler. Aus zwei Spuren wird eine Spur. Der Asphalt löst sich auf und die ersten Wasserhindernisse kreuzen die Fahrbahn. Auch wenn es schwer fällt, so siegt doch die Vernunft. Für viele Unbelehrbare, war genau diese Straße, ein Abenteuer ohne Ende. Wir wollen ja weiter. Auch wollen wir mit unserem Vermieter keinen Ärger bekommen, denn nur für 4x4 ist diese Straße wirklich geeignet. Und auch diese 4x4 schaffen es nicht immer. Es muss nur für wenige Stunden regnen, dann verwandelt sich die rotbraune Erde in eine rotbraune Achterbahn.

Man kann halt nicht alles haben. Ist ja auch eigentlich egal, denn der Rest vom Savannen Highway sowie die folgende Küstenverbindung bis zur Südwestküste Australien (gesamt über 4000 Kilometer als direkte Verbindung) halten noch viele ungeahnte Überraschungen für uns bereit.

Im Norden sind es zum Beispiel auch die Affenbrotbäume. Hätte ich in Australien nie so erwartet.

Affenbrotbaum
Affenbrotbaum

Überhaupt ist die Strecke bis zur Küste sehr vielfältig. Große Flüsse bahnen sich unwiderstehlich den Weg durch die rote Erde. Kängurus leben hier noch in Großfamilienclans und hüpfen durch die Botanik. Oft sind es aber auch die kleineren Naturwunder, welche uns echt begeistern können. Blumen, Ameisen, Bienen, Echsen, unglaublich bunte Spinnen und ihre Netze, all diese kleinen Wunder erleben wir während unserer vielen Pausen. Pausen brauchen wir & Toyota Oma, denn es ist fast unerträglich heiß. An einem Roadhaus erfahren wir die Temperatur. Drei Tage sind es schon 47 Grad. Wir haben aber noch Glück wird uns versichert. Nur 200 km weiter westlich sollen es über 50 sein (seit 30 Jahren die Höchsttemperatur in Nordaustralien erfahren wir später). Am Abend sind wir immer irgendwie geschafft, suchen uns einen Übernachtungsplatz der romantischen Art, lauschen den Geräuschen der aufziehenden Nacht und schlummern sehr zeitig, sehr, sehr tief.

Übernachtungsplatz der romantischen Art
Übernachtungsplatz der romantischen Art

An der Westküste plätschert der Indische Ozean ans Ufer. Gi ist happy, denn das Wasser hat um die 30 Grad. Also planschen wir recht tüchtig. Beim planschen muss man aber sehr aufpassen, den die Strömungen an der Westküste können echt gefährlich sein. Dies merken ich besonders beim schnorcheln. Doch die Unterwasserwelt zwingt einem regelrecht zu Schnorchel, Brille & Flossen.

Die Höhenunterschiede von Ebbe und Flut sind hier gigantisch. Bis knapp 10 Meter kann sie betragen. Bei Ebbe sind wir oft am Strand unterwegs. Besonders herrlich empfinden wir dabei die Westküsten-Sonnenuntergänge. Manche gleichen Gemälden. 

Manche gleichen Gemälden
Manche gleichen Gemälden
Begegnung der besonderen Art
Begegnung der besonderen Art

Unterhalb von Broome gibt es einen Strand, dessen Name eigentlich schon alles sagt. 80 Meilen Strand ist sein Titel. In Australien ist einfach alles gigantisch. Natürlich bleiben wir einige Zeit am langen Strand. Er hat es auch verdient, denn er gibt uns neben unendlich viel Ruhe auch ein weiteres besonderes Erlebnis. Mir fallen im Sand die vielen Schildkrötenspuren auf. Sofort erwacht Dundee in mir. Bewaffnet mit Stirnlampen, besuchen wir am Abend erneut den Strand. Es ist Vollmond, somit auch ohne Lampen die Sicht sehr gut. Zudem ist gerade Flutzeit. Somit absolut gute Voraussetzungen um eventuell Glück zu haben, einer Schildi zu begegnen.

Es dauert keine 30 Minuten, da sehe ich wirklich eine an den Dünen. Wir können es kaum glauben. Vorsichtig schleichen wir uns an. Die Schildkröte schaufelt gerade das Eiablegeloch. Wir sind begeistert von ihrer Schaufeltechnik. Es muss nicht ihr erstes Gelege sein, denn alles geschieht unglaublich schnell, präzise und mit nur kurzen Verschnaufpausen. 

Man sieht ihr die Mühen an
Man sieht ihr die Mühen an

Der Eierlegevorgang erfolgt auch mit kurzen Pausen. Von Ei zu Ei hören wir ein komisch klingendes fauchen. Man merkt der Schildi nun die Anstrengung an. 

Nur wenige Minuten dauert die Eiabgabe. Danach beginnt sie sofort das Gelege zuzuschaufeln. Auch hier überrascht uns die Technik. Die Schildiflossen wirken wie Baggerschaufeln. Teilweise fliegt der Sand über einen Meter weit. 

Zum Schluss wuchtet Schildi ihren mächtigen Körper (sie ist ca. 1 Meter lang) Richtung Meer. Ich mache ein Foto. Erst später, beim betrachten des Bildes, merke ich die wirklichen Anstrengungen in ihren Augen.

Weiter südlich verbringen wir einen schönen Tag in Perth. Perth punktet mit seinem Fluss, seinen Seen und Parks. Die Einsamkeit ist vorerst vorbei. Siedlung folgt auf Siedlung. Doch jede Siedlung hat etwas zu bieten. 

In weiten Buchten können wir oft Pelikane beobachten.

Bitte der Reihe nach
Bitte der Reihe nach
Pinnacles
Pinnacles

Natürlich besuchen wir fast jeden Nationalpark an der Strecke. Es gibt da echte Leckerbissen. Einer davon nennt sich Pinnacles Desert (Nambung NP). Hier ragen Tausende Kalksteinsäulen aus dem Wüstensand. Stunden verbringen wir zwischen Säulen und Sand.

Doch der eigentliche Hammer für mich, liegt nur wenige Kilometer weiter. Ein Meer aus Sand. Nicht irgendein Sand. Es ist, ja ich kann es nicht anders nennen, einfach verzauberter Puderzuckersand mit grünen Hauben. 

Puderzuckersand mit grünen Hauben
Puderzuckersand mit grünen Hauben
Bis 60 m hoch
Bis 60 m hoch


Weit im Süden von Australien, staunen wir erneut. Gigantische Bäume hat hier die Natur geschaffen. Nicht nur Toyota-Oma kommt sich da klein vor. Bis 60 Meter reichen sie gen Himmel. In einem NP spazieren wir auf 40 Meter Höhe durch dem Eukalyptuswald. Eine Rampe führt uns in die Höhe. Gi ist begeistert. Ich suche krampfhaft nach Standhaftigkeit. Schwindelfrei ist halt nicht jeder.




Zurück ins rostige Outback
Zurück ins rostige Outback

Nach Wochen an der Küste, nach bisher gut 15.000 km, lenke ich Toyota-Oma wieder ins Outback. Eine der skurrilsten Outbackstraßen liegt vor uns. Es ist der Eyre Highway. Kilometermäßig hat er die Länge von der Strecke Paris - Moskau (ca.2600 km). Ein Teil des Highway führt uns durchs durchaus witzige Nullarbor Plain. Was da so witzig ist, erzähle ich aber erst im nächsten Teil.

 

Bis dahin,

liebe Grüße,

von Toyota-Oma, Wi & Gi

 

 

Stand: Ende Dezember 2014

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Neuseeland
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Australien
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Indien
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