Albanien

Fähre nach Albanien
Fähre nach Albanien

2 Nächte schlafen wir auf der sehr, sehr betagten, altersschwachen Fähre von Triest nach Durres. Das schönste dabei ist eigentlich der Sonnenuntergang am ersten Abend. Danach setzt Dauerregen bis zur Ankunft ein.

Die Grenzhafenabfertigung ist überaus freundlich. Da wir der Küste entlang bis Griechenland laufen wollen, suchen wir die alte Straße (wir waren 1992 bereits dort) Richtung Südosten. Uns trifft der Hammer, denn entlang dieser stehen die ersten 10 km Hotel an Hotel, Restaurant an Restaurant, Bar an Bar, Liegestuhl an Liegestuhl, Sonnenschirm an Sonnenschirm. Italien in seinen wildesten Zeiten lässt grüßen.

Dann beginnt plötzlich die Autobahn. Wir suchen erneut die alte Straße. Es gibt sie nicht mehr.

Wandern auf der Autobahn
Wandern auf der Autobahn

 

Dies bestätigt uns auch die Polizei. Und die Polizisten sagen uns: benutzt einfach die Autobahn. Wir folgen pflichtbewusst der polizeilichen Anordnung. Mehrere Tage marschieren wir über 100 km entlang der Autobahn bis Vlore. Dies ist keineswegs langweilig, denn alles was sich fortbewegen muss (Kühe, Pferde, Laster, Enten, Schildkröten, Menschen mit und ohne Auto, Fahrräder und, und …) sind somit irgendwie unsere Autobahnkollegen.  

Trinkwasserlöwe
Trinkwasserlöwe

Albanien ist ein Bergland. Dies gilt auch für weite Küstenabschnitte. Für diese Bergetappen ist Wasser absolut wichtig. Zum Glück findet man Trinkwasser fast überall. Ab Orikum, gelegen am Meer auf fast Meereshöhe, schlängelt sich die Straße bis rauf auf über 1000 Höhenmeter. Wir glaubten zu wissen was auf uns zukommt. Ich rechnete für die gut 20 km bis zum Bergpass einen vollen Tag ein.  

Es war heiß, so um die 35 Grad. Zu Beginn war die Steigung noch verträglich, doch nach wenigen km kamen die ersten Kehren. Über 10% sind die Steigungswinkel. Da braucht man nach allen 50 Metern eine kurze Pause, schwitzt nur noch, holt tief Luft und hofft, dass es die letzte Kehre sein wird. Doch die letzte Kehre dauert noch Stunden. An diesem Tag haben wir den Pass nicht geschafft. Nach über 10 Stunden bergauf schlagen wir unser Lager auf.

Wenn man ein Lager an einer Wasserstelle oder gar Fluss findet, dann sind die Anstrengungen schnell vergessen. Bevor wir das Lager immer aufbauen, stapft Gi richtig laut durch die Lagergrenzen. Mit einem Stock schlägt sie dabei gegen Büsche, große Steine und Bäume. Sie will damit die Schlangen vertreiben. Seit Albanien sehen wir täglich welche (leider liegen sie meist überfahren auf der Straße). 

1000 Meter runter
1000 Meter runter

Jeder Pass hört irgendwann auf. So natürlich auch der Pass Llogorase. Von links grüßt uns der 2078 Meter hohe Berg Oores. Rechts stürzt die Straße 1000 Meter in vielen Kehren runter ans Meer. So eine Wägelchenabfahrt hat es in sich, denn unsere Wägelchen haben keine Bremsen.

Gi - Idee ist genial!
Gi - Idee ist genial!

Wir binden uns jeweils ein Tuch um die Hüfte und befestigen es an der Lenkstange. Die Abwärtsrollkräfte vom Wagen verteilen sich so nicht nur auf die Waden. Die Idee ist genial. Es ist um vieles einfacher.

Kurz vor Sarande, hier gibt es einen Grenzübergang nach Griechenland, entschließen wir uns doch, trotz der vielen Warnungen, über die Berge nach Norden zu laufen. Dort gibt es einen zweiten Grenzübergang. Dieser soll uns direkt ins griechische Pindosgebirge führen. Die Warnungen selbst ignorieren wir einfach. Wir tun gut daran, denn auch auf dieser Straßenwanderstrecke erleben wir nur positives. 

Von Gjirokaster ist es nicht mehr weit bis zur Grenze
Von Gjirokaster ist es nicht mehr weit bis zur Grenze

Am 6. Juli überschreiten wir die Grenze nach Griechenland. 1400 Wanderkilometer liegen hinter uns. 318 davon durften haben wir in Albanien erlaufen.

 

Es war ein Land voller Überraschungen. Es ist mir regelrecht ein Verlangen, einiges bezüglich Albanien ins rechte Licht zu schreiben.  

Verkaufsbunker
Verkaufsbunker

Das Land war bis zur Albanischen Wende, und auch lange Zeit danach noch, das ärmste Land Europas. Unvorstellbare Dinge spielten sich da ab. Im Gegensatz dazu herrschten in der ehemaligen DDR fast traumhafte Zustände. In Albanien gab es Hungersnöte, Religion und private Autos waren verboten. Es herrschte Steinzeitkommunismus.

Die vielen positiven Veränderungen in der Zwischenzeit waren für uns kaum zu glauben. Wir haben die Albaner als sehr fleißiges, ehrliches und freundliches Völkchen erlebt.

Leider hat man, genau wie die Mauer in der DDR, die albanischen Bunker bis auf wenige beseitigt. Nur noch selten sind sie zu sichten. Ein ganz besonderer stellte sich als Verkaufsbunker dar. Die stolze Bunkerbesitzerin verkauft Bunker-Tee, Bunker-Honig und kalte Bunker-Getränke. Genau diese, ich lasse mich nicht unterkriegen Mentalität, schätze ich so an den Albanern. Albanien ist nicht in der EU, hat auch nicht den Euro und bekam kaum Hilfe von außen. Und doch scheint das Land zu erblühen.

Smily ist geboren
Smily ist geboren

Irgendwie passend zu Albanien, haben wir am Wegesrand für Gis Karre, endlich auch was schönes gefunden. Ihr Wägelchen hat nun den Namen Smiley. Man beachte bei der Bildbetrachtung bitte auch Gis selbst gehäkelten grünen Trinkflaschenhalter. Es gibt mehrere davon. Einige wurden schon verschenkt. Eigentlich eine echte Marktlücke. Halt deutsche Wertarbeit!

Toyotas und Smileys Reifen sind nach gut 1400 Wanderkilometer abgefahren. Besonders Smiley lässt öfters Luft ab (bisher 7 Löcher). In Griechenland wollen wir uns Reifenersatz besorgen. Ob uns ein Boxenstopp in Griechenland gelingen wird?

Griechenland

Griechische Rettungsschirme
Griechische Rettungsschirme

Wir kennen Griechenland bereits sehr gut aus den 90iger Jahren. Da waren wir sehr oft mit dem Camper dort unterwegs. Damals war das Land noch in aller Munde, beliebt, die Griechen freundlich, der Sprit und das Bier billig und doch kam ich damals schon ins grübeln. Wir liebten das Land fast abgöttisch, auch wenn es nie eine Rechnung gab, jedes Dorf mindestens 2 Tankstellen hatte, in den Bussen 3 Mannbesatzungen (Fahrer, Kartenverkäufer, Kartenkontrolleur) üblich waren, die Häuser nie richtig fertig gebaut waren und der Müll sich außerhalb der Siedlungen oft stinkend bemerkbar machte. Griechenland hatte einfach was!

In der Zwischenzeit wissen wir alle, Griechenland ist Pleite. Ob diese Pleite Auswirkungen auf unsere Wandertour haben würde, darauf waren wir irgendwie selbst gespannt.

Der erste Wandertag in Griechenland ist sozusagen sogleich der seelische Merkel- Hammer für uns, denn unsere Kanzlerin begleitet uns zugleich auf den ersten Wanderkilometern und wird dies für uns noch öfters tun. Gemeinsam macht es ja auch mehr Spaß!

Gleich hinter der Grenze finden wir eine Fahrerlaubnis und Fahrzeugpapiere im Straßengraben. Wir nehmen alles mit, denn wir wollen die Sachen der nächsten Polizeistation übergeben. 

Nur wenig später fährt ein Polizeiauto sehr langsam an uns vorbei. Wir winken. Das Auto stoppt. Wo kommt ihr her, ist die Frage der Polizisten. Von der Grenze, ist unsere Antwort. Welches Land will ich wissen, fragt er dann einer weiter auf Deutsch. Deutschland, sagen wir wahrheitsgemäß.

Scheiße, Merkel, Arschloch, würgt er auf Deutsch aus sich heraus. Wir schauen wohl etwas blöd, denn er fügt gleich hinzu, und Sonne habt ihr auch nicht, ha, ha. Sprachlos reichen wir die gefundenen Papiere ins Auto. Er schaut sie an. Wenig später sagt er, gut gemacht. Ihr könnt weiter. Sekunden später sind sie weg.

 

Wir stehen angewurzelt noch einige Zeit wie blöd auf dem heißen Asphalt, schauen uns selbst blöd an und sind nur noch perplex. Die vorangegangenen Minuten waren wie ein falscher Film für uns.

Hat der wirklich Scheiße, Merkel, Arschloch gesagt, fragt Gi? Ja, hat er, bestätige ich. Und so was arbeitet hier im öffentlichen Dienst, stellt Gi sehr schnell fest. Komisch, was wird uns hier alles erwarten, sind die nächsten Worte.  

Napoleon und Rambo
Napoleon und Rambo

Gi, ich habe die Lösung. Wir sind ab sofort keine Deutschen mehr. Wir sind einfach Österreicher!

Wir versinken in unsere eigenen Gedankenwelten, laufen einfach weiter, laufen Kilometer für Kilometer, werden durstig, werden hungrig. An drei Restaurants laufen wir vorbei, denn sie sind geschlossen. An drei Läden laufen wir vorbei, denn auch sie sind geschlossen. An zwei Tankstellen laufen wir vorbei, auch geschlossen. Es ist heiß. Der Polizist hatte recht, Sonne gibt es hier genug.

Nach einer Biegung sehen wir in der Ferne eine weitere Tankstelle. Gi vermutet sogleich, die ist garantiert auch geschlossen, einfach Pleite gegangen, wie scheinbar alles hier.

Die Tankstelle sieht fürchterlich aus. Endzeitstimmung macht sich bei uns breit. Am Zapfhahn ist sogar ein Schloss angebracht. Wir brauchen ja kein Benzin, doch unbedingt Trinkwasser, geht es mir durch den Kopf. Ich höre plötzlich Stimmen aus dem Tankstellenhaus, sehe ein Schild mit den Schriftzeichen Taverne und wir treten sogleich durch die knarrende Tür. Fünf Männer und eine Frau schauen uns erstaunt an. Einer fragt auf Englisch, wo kommt ihr her? Oh mein Gott, nicht schon wieder Scheiße, Merkel, Arschloch, sind sofort meine Gedanken. Aus Österreich, antworte ich. Gi schießt sofort nach. Ich aus Deutschland. Nur mein Mann ist Österreicher.

Der Fragende war mir sofort sympathisch. Der Mann hatte einfach was. Freundliches Gesicht, einladende Gestik, verschmitztes Lächeln, einfach ein Griechenlandmännergesicht der 90iger Jahre.

Er fragt auf gut Deutsch, wo in Österreich lebst Du denn? In Salzburg, bringe ich, irgendwie innerlich beschämend hervor.

Gut, gut, dort habe ich 9 Jahre gelebt.

Oh mein Gott, schießt es mir durch den Kopf. Das wird doch jetzt nicht etwa eine Salzburgfragerunde werden?

Mein Name ist Napoleon, sagt das Griechenlandmännergesicht. Beim Wort Napoleon lachen die anderen hell auf. Wie ist dein Name, will er von mir wissen. Dies ist meine Gelegenheit, blitzt es mir durch den Kopf. Die Antwort muss sitzen, denke ich, dann ist Salzburg vorerst erledigt.

Mein Name ist Rambo. Und Rambo hat großen Hunger und viel Durst, sage ich recht laut und selbstbewusst.

Er lacht, kann sich kaum beruhigen, übersetzt den anderen meine Worte. Das anschließende Lachen füllt den ganzen Raum für Minuten aus.

Napoleon beruhigt sich als letzter. Noch immer lachend sagt er, dann setzt Euch. Es gibt nur ein Gericht, Kartoffeln und Fleisch aus dem Backofen. Doch Bier ist hier für die nächsten Jahre gelagert.

Es waren die besten Kartoffeln und Fleisch aus dem Backofen, welche wir je in Griechenland gegessen haben. Mit Napoleon habe ich dazu einige Bier geteilt.

Napoleon versichert uns zum Abschied, in nur 15 Kilometern, am Abzweig nach Ioannina, wird es besser. Hier ist wirklich fast alles Pleite. Die einfachen Menschen kämpfen ums Überleben. Napoleon hatte recht, es wurde besser.  

Auf den Hügeln vor Meteora übernachten wir im Zelt. Wir wollen uns den Anblick einfach nicht nehmen lassen. Hinter uns liegt das Pindosgebirge. Vor uns liegt eine der schönsten Gegenden von Griechenland. 15 Wanderkilometer sind es nur noch zu den Klöstern von Meteora.

Meteorakloster im Abendlicht
Meteorakloster im Abendlicht

Um Meteora herum hat sich seit unserem letzten Besuch einiges geändert. Nein, natürlich war kein Erdbeben dort, die Klöster stehen und hängen noch alle an den gleichen berauschenden Plätzen. Sie sind auch nicht heruntergekommen, sind nicht Pleite. Ganz im Gegenteil, die Mönche und Nonnen haben aufgerüstet. Dies können sie ja auch, denn im griechischen Kirchensäckel, anders dem Staatssäckel, ist genug Knete.

Was hat sich denn nun aber geändert? Jedes Kloster kostet nun Eintritt. Dieser ist recht human, doch bei der Klösteranzahl läppert sich schon was zusammen.

Unser Lieblingskloster war immer das Frauenkloster. Herrlich zwischen die Felsen gepresst, einem Adlernest gleich. Der Klostergarten war ein Balsam für Augen und Gerüche. Im Klosterinneren fühlte man sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Mit Klostergarten ist nichts mehr. Eintritt verboten! Er schrumpfte auch um die Hälfte, denn es wurde kräftig gebaut. Garagenplätze fürs Kloster mussten her und ein Klosteranbau tat sein übriges. Ich kann es ja verstehen, als Nonne möchte man auch im Jetzt leben. Ist schon irgendwie okay. Es sind solche Kleinigkeiten, welche uns auffallen. Ich könnte auch schreiben, besuche einen Platz nur einmal, er wird dann auf ewig so in deiner Erinnerung bleiben wie er war. In unseren Erinnerungen zu Meteora sind auch viele, damals fast zu viele, Besucher aus Nah und Fern verankert. Die Campingplätze, Pensionen, Hotels, Tavernen und somit auch die Klöster waren voll, randvoll. Nur an den Hauptklöstern ist heute noch reger Verkehr, denn wie eh und je fahren dort die klimatisierten Touristenbusse vor. Die Bus-Touristen bleiben nur für Stunden. Am Abend kehrt dann viel Ruhe ein.

Wir übernachten auf einem wunderschönen Campingplatz im Klosterbergvorort Kastraki. Der Besitzer ist fast am verzweifeln, wegen der für ihn unerträglichen Ruhe. Die eigene Pleite droht. Wir sind seine einzigen Gäste. Nicht aus Mitleid bleiben wir eine weitere Nacht. Meteora ist noch immer, darauf bestehe ich, ohne wenn und aber, absolut eine Reise wert.

 

Ab Meteora müssen wir uns entscheiden, ob wir gen Norden oder Süden weiter marschieren. Wir möchten ja irgendwann in die Türkei einlaufen. Von den Wanderkilometern nimmt es sich nicht viel. Trotz der nördlichen Verlockung für Istanbul, entscheiden wir uns doch für das südlich gelegene Athen. Von Piräus aus gibt es Fähren über die schönen griechischen Inseln bis zum türkischen Cesme. 

 

Tage später, auf einem Parkplatz, sehen wir einen großen Bus. Davor machen die Insassen Picknick. Gi erkennt an den Schriftzügen, dass es Iraner sein müssen. Wir kommen sofort ins Gespräch, werden zum Essen eingeladen und somit folgt Erzählung auf Erzählung. Zum Schluss werden wir gefragt, wie uns Griechenland gefällt? Sehr gut, sagen wir. Die Iraner erklären uns, sie fühlen sich hier nicht wohl. Sie hätten ständig das Gefühl, sie sind nicht willkommen. Ja, was soll ich da nun schreiben? Ich bin ja kein Iraner. Vielleicht folgendes. Eine Bulgarin hat uns in Griechenland erklärt, die Griechen sind wie ihr Salat. Der griechische Salat hat große Stücke Käse, Gurken und Tomaten. Alles ist grob zugeschnitten. Unser bulgarischer Schopska (Salat) ist da weit feiner. So wie wir halt auch sind.

Iranische Gesprächsrunde
Iranische Gesprächsrunde

Zum Glück gibt es aber auch die feingeschnittenen Griechen, die gastfreundlichen Griechen. Eine Nacht schlafen wir im Kornfeld. Kurz vor Sonnenuntergang rauscht ein Moped vorbei. Der Fahrer und seine Frau winken. Wenig später ist es richtig dunkel. Erneut Geräusche. Nein, keine Banditen wollen uns ausrauben. Die Mopedfrau stürzt förmlich über den Rangen zu uns. In den Händen eine Tüte mit Gurken und Tomaten.

Oft werden wir auch am Tag beschenkt. Obst, Gemüse, Wasser und freundliche Worte sind die Geschenke.

 

Bett im Kornfeld mit Überraschung
Bett im Kornfeld mit Überraschung

 

Wechselhaft ist vieles für uns in Griechenland. Traurige Dörfer liegen da am Weg, abgewirtschaftet, vergessen, keine lachenden Gesichter, nie besucht. Schöne Dörfer liegen da am Weg, lachende Gesichter, blühende Gärten, duftende Bäckereien.

Junger Bäckermeister
Junger Bäckermeister

Bei einer dieser Bäckereien machen wir Pause. Ich kaufe nur ein kaltes Getränk. Wir sitzen vor der Bäckerei, essen unser altes Brot. Der junge Bäckermeister kommt nach draußen, schenkt uns ein noch warmes Brot, schenkt uns 2 große Gebäckstücke und schenkt uns dabei auch ein lächeln. Wir sind völlig überrascht von seiner Herzlichkeit.

Nur wenig später kommt aus einem Busch ein Kätzchen angewackelt. Sie miaut sehr fürchterlich. Gi gibt ihr Wasser und vom alten Brot. Fehler? Ja, denn das Kätzchen betrachtet Gi sofort als ihre neue Katzenmutti. Ich benehme mich wie der böse Stiefvater. Wir können die nicht mitnehmen, sage ich bestimmt 10 mal. Gi will es nicht begreifen. Die hat keine Mama mehr, sind Gis ständige Worte. Du bringst sie um! Wieder wenig später gibt das Kätzchen auf. Wir laufen zu schnell. Nach Minuten verstummt das herzergreifende miauen. Später frage ich manchmal Gi, wie wird es denn dem Kätzchen gehen? Es gibt immer nur eine Antwort. Du hast sie umgebracht!

Wir können sie wirklich nicht mitnehmen
Wir können sie wirklich nicht mitnehmen

Nach unzähligen Gewerbegebietsdurchquerungen, Beschenkungen, vielen Gesprächen, dabei immer bergauf und bergab, nach Nachtquartieren an einer Tankstelle, im Kindergarten, in Olivenhainen, Weinbergen und Wäldern, laufen wir in Athen ein. Es sind 36 Grad. Nicht nur die Füße qualmen. Ganz Athen dampft irgendwie. Erst am Abend wird Athen putzmunter. Ein Spaziergang in den Gassen der Altstadt macht uns dies klar. Hier gibt es fast so gute Kartoffeln aus dem Backofen wie bei Napoleon. Was es bei Napoleon aber nicht gab, war eine Touristenattraktion der ganz besonderen Art.

Es geht aufwärts
Es geht aufwärts

Putzerfische (richtiger Name Saugschmerlen) fressen den Touristen die Füße blank. Ich kann es nicht fassen, 20 Minuten kosten 10 Euro! Also, Griechenland ist nicht bankrott, der Aufschwung beginnt gerade, denn die Touristen stehen Schlange bei den Doktorfischen. Und wir können unglaublich beherzt lachen über die vielen Patienten.

 

Ach ja, in irgendeiner Kleinstadt erfolgte Smileys notwendiger Boxenstopp. Da Stand die Löcheranzahl 17: 5 für Smiley gegen Toyota. Toyota hält sich also noch tapfer. Doch Smiley hat jetzt weit besser lachen, denn die neuen Breitreifen stehen ihm besonders gut.

Boxenstopp
Boxenstopp

Von Athen bis Piräus sind es nur wenige Wanderkilometer. Dort kaufen wir Tickets für die Fähre nach Chios. Nach 7 stündiger Fahrt hüpfen wir gleich auf die nächste Fähre. Sie soll uns im türkischen Cesme wieder ausspucken.

Griechenland liegt nach 557 Wanderkilometern hinter uns. Manches war mühsam. Vieles war schön. Und ich mag die Griechen irgendwie noch immer. Und dies liegt nicht nur an Napoleon. Was mich aber auch noch immer beschäftigt? Ich hoffe, das Kätzchen ist putzmunter!

 

Unsere Bücher

Buch - Gestohlene Freiheit

Gestohlene Freiheit - Unsere Zeit im  türkischen Gefängnis -
Gestohlene Freiheit - Unsere Zeit im türkischen Gefängnis -

Buch - Abgelatscht

Lanzeitwanderung: 5740 km durch 11 Länder
Lanzeitwanderung: 5740 km durch 11 Länder

Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt
Grenzenlos - Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt
Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
Oman Fischer
Oman Fischer
Oman/Jemen Leeres Viertel
Oman/Jemen Leeres Viertel
Tempelbaumblüten
Tempelbaumblüten
Afrika - Strahlende Kinderaugen
Afrika - Strahlende Kinderaugen
Indien Taj Mahal
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Iran
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Mit der Enfield durch Indien
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Mein Steg, mein Strand, mein Meer
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Kurdische Lebenslinien - Iran
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Mondsichelstürmer
Mondsichelstürmer
Spiegelung
Spiegelung
Die Sonnenfängerin
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Wanderung Neuseeland
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Beim Straßenzahnarzt in Indien
Beim Straßenzahnarzt in Indien
Kappadokien
Kappadokien
"Leeres Viertel"
"Leeres Viertel"
Hahn im Korb - Oman
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Neuseeland
Neuseeland
Australien
Australien
Indien
Indien
Bayrischer Wald
Bayrischer Wald
Weg in den Nebel
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Ohren sauber? Sri Lanka 2017
Ohren sauber? Sri Lanka 2017
Salalah - Oman
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Traumstrand SL
Traumstrand SL
Im "Leeren Viertel"
Im "Leeren Viertel"
Hampi - Indien
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