Australien - Land der weiten Wege - 3 Monate / 20.000 km / November 2014 bis Januar 2015

Start mit Toyota - Oma 

Während unserer Weltradeltour waren wir für einige Monate in Australien unterwegs. Damals wurde uns schnell bewusst, Australien ist ein Land der langen & weiten Wege. Bedingt durch unsere Radel, hatten wir somit nur einen Bruchteil des interessanten Landes kennengelernt. Diesmal wollen wir mehr sehen, so zumindest sind unsere Gedanken.

Nach unserer Landung in Sydney verbringen wir die erste Nacht aus Kostengründen gleich im Flughafen. Es ist überraschend kalt im schönen Sydney. Wenig später erwärmen uns zumindest die Gedanken an die Monate in Australien, denn wir starten Toyota-Oma. Oma soll uns für die nächsten knapp 3 Monaten die weiten Wege durch Australien verkürzen. Oma ist unser kleiner Camper. Warum aber der eigentümliche Name Toyota - Oma?

Toyota - Oma
Toyota - Oma

 

Als ich bei der Übergabe des Campers auf den Kilometerstand schaue, traue ich meinen Augen nicht. Gute 320.000 Kilometer lese ich da. Auch sonst sieht der Camper recht betagt aus. Das ist ja ein Opa, schießt es mir durch den Kopf. Da auf Frauen in der Regel mehr Verlass ist, entscheide ich mich dann doch für Oma. Die ersten Kilometer mit Oma sind sehr gewöhnungsbedürftig, denn neben den vielen Kilometern in den Gelenken, hat Oma ihr Lenkrad zudem rechts. Nach dieser Linksfahr-Eingewöhnungsphase beginne ich aber recht schnell, Oma irgendwie zu mögen, denn sie rollt zu meiner Freude sehr ruhig, sehr einfühlsam und fast schon elegant die ersten weiten Wege entlang. Ist gut so, dass wir uns gleich so prima verstehen, denke ich, denn wir wollen ja auch im Bauch der Oma schlafen, kochen, zusammen das Outback durchqueren, Tiere beobachten, üble Pisten überleben, also eine schöne Zeit zusammen haben. Ärger soll es da ja nach Möglichkeit nicht geben. Toyota-Oma strengt sich an. Was wir hoffen, es möge so bleiben!

Oma erkämpft auch die ersten Berge wie ein junges Ding. Im Nationalpark ``Blaue Berge``, immerhin über 1100 Meter hoch gelegen, verbringen wir gemeinsam die ersten Tage. Wir bestaunen die vielen Schluchten, Felsklippen, Flüsse, Höhlen, die Tierwelt und Wasserfälle der Nationalparkregion. Natürlich sind dabei auch Wanderungen angesagt, denn um an die schönsten Stellen zu gelangen, geht es schon des öfteren echt steile Wanderwege rauf oder runter.

Eine der 3 Schwestern
Eine der 3 Schwestern

Die Blauen Berge (schieferblauer Dunst erzeugt von den Ölnebeln der Eukalyptusbäume sind der Hintergrund der Namensgebung) sind sozusagen der Erholungshinterhof von Sydney. Entlang der Hauptstrasse ist die Infrastruktur den Bedürfnissen der Touristenströme hervorragend angepasst.

Wasserfall bei den Schwestern
Wasserfall bei den Schwestern

Viele Ortschaften haben da schon Museumsflair, die Unterkünfte (brauchen wir ja dank Oma nicht) erreichen spielend die Oberklasse und die Restaurants geben sich ordentlich Oberklassen-Mühe (brauchen wir ja auch nicht dank Oma), zumindest was die Preisgestaltung betrifft. Es kann also recht voll an der Hauptroute werden. Dies hat natürlich auch Vorteile, denn schnell wird einem bewusst, dass in Punkto Kleiderordnung, es die Australier zum Glück eher lax nehmen. Ich selbst bin nämlich ein Modemuffel, schaue jedoch auf angemessene Bekleidung für die jeweilig bereiste Region. 

Mode definiert jeder anders
Mode definiert jeder anders

In Australien fällt es mir sehr leicht passendes zu finden. Nur eines bringe ich nicht fertig, es sind die sehr oft zu sehenden Kniestrümpfe, farblich natürlich total unpassend zu den kurzen Hosen, bei der Männerwelt. Der Anstand verbietet es mir, bezüglich der australischen Damenmodewelt, einen Kommentar zu verfassen, denn auch da gibt es manch Kurioses zu bestaunen. Mann und Frau brauchen also nicht unbedingt jeweils 3 volle Modekoffer um das weite Land zu bereisen.

Doch bei lange vorher geplanten Festen, blitzt geradezu das Modebewusstseins-Gen bei den Australiern (es gibt es also doch) durch die Städtchen der Blauen Berge. In Katoomba, einer dieser Vorzeigesortschaften, gibt es nämlich ein Fest. Rein zufällig nehmen wir daran teil. Nun raten wir Mal welches? Auf dem Fest wird unheimlich viel Bier getrunken. Und Lederhosen sowie Dirndel sind der Renner. Ach ja, und es gibt auch Kartoffelsalat mit Würstchen. Ja genau, es ist das etwas verspätete Bayrische Oktoberfest in Katoomba. Da ist dann auch wirklich, wir kommen aus dem staunen nicht heraus, urig, fesche Ausi-Mode angesagt.

Fesch, gell?
Fesch, gell?

Fast jeder Australier hegt den Wunsch das so ferne Europa irgendwann zu besuchen. Auf der Wunschliste für Europa steht ganz oben das urige Oktoberfest. Da geht es dann hauptsächlich ums so gute Bier, denn die Australier sind wirklich sehr, sehr trinkfreudige Gesellen. Da sich nicht jeder den Wunsch sogleich erfüllen kann, gibt es halt die Ersatzoktoberfesttrinkgelage in vielen australischen Gemeinden. Als die Trinkbrüder- und Schwestern hörten, dass wir fast aus München sind - 330 km von Sonneberg bis München sind für Australier ja keine Entfernung-, war die Gaudi zum überkochen. Fast "Echte Münchner" zum Oktoberfest in Katoomba, erleben die Katoombaner halt nur einmal im Leben.

Fast echt wirken die Burschen.
Fast echt wirken die Burschen.

So ein Oktoberfest in den Blauen Bergen ist natürlich schon wegen der anderen australischen Kleiderordnung unvergesslich, doch das Oktoberfest haben wir ja selbst vor der Haustür. Wir erleben in den Blauen Bergen, neben vielen Naturschönheiten, auch unsere ersten Tiererlebnisse. 

Auf der Lauer
Auf der Lauer

Diese finden wir weit interessanter, denn speziell in dieser Region wimmelt es geradezu von Echsen. Wir umrunden sozusagen die herrlichen Nationalparkberge, kommen so auch an der Höhle von Jenolan vorbei. Dort sind wir dann fast alleine. Fast bedeutet, Urlauber verirren sich hier eher selten. Dabei sind die Höhlen ein Traum. Und die Tierwelt fast noch traumhafter. So erleben wir beides sehr ungestört.

Zum Frühstück und Abendbrot besuchen uns Papageien. Natürlich teilen wir die Mahlzeiten mit den Gästen.

Gäste
Gäste

Zu den Gästen gehört auch ein Opossum. In Neuseeland wird er gehasst (da gibt es echt viele), in Australien ist er eine Seltenheit.

Putziger Opossum
Putziger Opossum

Da wir gerade bei den Tieren sind. Auf dem Weg von den herrlichen Bergen zur Küste, wir wollen dort Koalas in der Wildnis suchen, treffen wir überraschend einen Emu. Wir sehen später noch sehr viele Emus, doch unser erster wird ewig in Erinnerung bleiben, denn kein weiterer hatte so durchdringende Augen und solch einen Wuschelkopf. Gi sagte gleich, Wi, der hat Ähnlichkeit mit dir, beide solltet ihr unbedingt zum Barbier gehen.

Teil 2 rechts oben anklicken oder einfach Link folgen: Teil 2

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Gestohlene Freiheit - Unsere Zeit im  türkischen Gefängnis -
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Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt
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