Wir ziehen weiter - Maskat - Musandam - VAE 

Wir ziehen weiter
Wir ziehen weiter

Wir besorgen uns die Visa für den Iran. Dies wollen wir nicht erst in den VAE tun. Der Abschied von Maskat fällt uns schwer. Der Oman war erneut sehr schön. 

Abschied von Muscat
Abschied von Muscat

Leider schippern wir nicht mit einer Dhau zum Hauptort von Musandam. 

Dhau im Hafen von Maskat
Dhau im Hafen von Maskat

Ein supermoderner Katamaran bringt uns in nur 5 Stunden bis Khasab. Die Halbinsel, welche zum Oman gehört, schiebt sich weit in die berühmt, berüchtigte Straße von Hormuz. 

Da wir erst kurz vor Sonnenuntergang in Khasab anlegen, die Hotels dort sündhaft teuer sind, verlassen wir Khasab sehr flott auf der einzigen Verbindungsstrasse Richtung VAE. Unser Toyota rollt somit nach längerer Zeit wieder. 

Bis zur eigentlichen Grenze sind es nur gute 40 Kilometer. Wir lassen uns dafür 3 Tage Zeit, denn die Landschaft von Musandam ist irgendwie surreal berauschend. Kahle Berge, vorgelagerte Inseln, Buchten und Fjorde erzeugen den Sinnesrausch. Die Straße führt meist direkt am Meer entlang. Nur zu Beginn gibt es einen recht kurzen, dafür aber sehr steilen Anstieg. Dieser bringt uns ordentlich zum schwitzen. 

Schwitzkilometer auf Musandam
Schwitzkilometer auf Musandam

Dafür werden wir aber in all den anderen Musandamstunden ordentlich belohnt, denn wir finden schöne Übernachtungsplätze. Auch wenn Musandam sehr gering besiedelt ist, so sind wir doch nie lange alleine. Immer kommt jemand zu unseren Schlafplätzen, fragt ob er uns helfen kann, ob wir Wasser oder anderes brauchen. Omantypisch ist auch auf Musandam die Gastfreundschaft.

Neben den nur positiven menschlichen Begegnungen, gibt es auch wieder Begegnungen mit der Natur. An einem Morgen kommen plötzlich vom Horizont tausende Seevögel in eine weite Bucht. Wir hören den Federschlag, das Eintauchen. Jeder dieser Fischräuber schnappt sich schnell einige Fischchen, putzt die hurtig runter und bereitet sogleich die Flucht vor. Nach nur wenigen Minuten sind die Fischräuber am Horizont verschwunden.

In den wenigen Wadibäumen hören wir oft Gezwitscher. Wenn wir dann endlich die oft sehr kleinen Vögel erspäht haben, kommen wir aus dem staunen nicht heraus, denn es sind meist sehr, sehr farbenfreudige Gesellen.

An den Wandertagen entlang der Küstenstraße verfolgt uns auch täglich die Polizei. Es hat sich per Polizeifunk herumgesprochen, dass hier zwei wagenschiebende Ausländer unterwegs sind. Auch sie fragen immer, braucht ihr etwas? Trinkwasser können wir an der Strecke immer gebrauchen, denn es gibt nur wenige Moscheen an der Strecke an denen wir sonst immer unser Wasser auffüllen. Also sagen wir immer, wir könnten Wasser gebrauchen. Dies ist für unsere Helfer dann das Schlagwort, denn nun können sie uns wirklich helfen. Nach 10 Minuten, nach 20 Minuten oder erst nach einer halben Stunde kommen sie zurück, überreichen uns freudestrahlend Plastiktüten gefüllt mit Wasserflaschen, und das herrliche dabei, immer sind auch irgendwelche Leckereien in den Tüten. Dies hebt für uns den Spannungsbereich gewaltig, denn wir rätseln immer vorher, was kommt denn mit dem nächsten Wassertransport an zusätzlichen Leckerli. 

Dein Freund und Helfer
Dein Freund und Helfer

Erst an der Grenze zu den VAE legt sich etwas die Freude, denn die Grenzbeamten von den Emirates benehmen sich merkwürdig. Sie behalten gute 2 Stunden unsere Pässe, lassen uns warten. Andere Reisende benötigen nur 5 Minuten. Wir müssen einen Fragebogen mit vielen komischen Fragen ausfüllen. Wir vermuten, es liegt an unserem Iranvisa und an unseren alten Jemenstempeln. Im Jemen herrscht leider seit einigen Wochen Krieg. Die Lager dazu sind auf der arabischen Halbinsel geteilt. Der Jemen und der Iran gehören nicht zu den Freunden von den VAE. 

 

Egal, nach den Stempeln rollt Toyota weiter. Die Landschaft ändert sich. Die Berge werden kleiner, die Städte größer und jeden Tag nimmt der Verkehr zu.  

An der Strecke Richtung Dubai gibt es viel Abwechslung, Abwechslung der echt touristischen Art. Die VAE setzen ja voll auf Tourismus, Tourismus mit Superlative. So staunen wir an und in der Eiswelt, vergnügen uns kurz mit dem Schneemann. Der hat Glück, denn er wird nicht schmelzen. Wir selbst schmelzen fast dahin. Kein Wunder bei knapp 40 Grad.

Eisland in den VAE
Eisland in den VAE

Also rein in den nächsten Eiskanal. Ich bin da richtig happy, nicht wegen der angenehmen Kühle, der Wüstensohn auf Schlittschuhen haut mich fast vom Sockel. 

Der dreht Runden vom feinsten, legt Sprünge hin ohne Sturz (wirklich ohne Sturz!). Sein Kittel flattert dabei echt gefährlich. Der Junge hat es voll drauf. Ich sage ihm, du könntest glatt mit Katherina Witt als Pärchen auftreten. Er lächelt. Ist schon lange mein Hobby, erzählt er mir.

Wir können nicht ewig im Eispalast bleiben, müssen weiter laufen, weiter bis zu den ganz großen Häusern.

Wir laufen durch viele Häuserschluchten. Bestaunen all diesen Wahnsinn. Dabei spüre ich nach den  Wanderkilometern von Musandam bis zu den Wolkenkratzern echt meine Waden. Der arabische Wander-Kilometer-Kreis schließt sich.

Uns bleibt noch etwas Zeit zwischen den Wolkenkratzern. Die Fähre in den Iran schippert erst in 2 Tagen. 

So genießen wir die skurrilen Bauten, die grünen Parks, das Essen aus aller Welt und finden auch noch, etwas abseits der Wolkenkratzer, die verloren wirkenden Fischer. Wir hoffen, in der Zukunft bleibt weiterhin noch etwas Platz für die Fischer.

Mit der Fähre verlassen wir die Arabische Halbinsel. Es war eine gute Zeit. Was uns der Iran an Erlebnissen bringen wird, erzähle ich im nächsten Teil. 

 

Teil 10 oben rechts anklicken oder einfach Link folgen: Teil 10

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Buch - Gestohlene Freiheit

Gestohlene Freiheit - Unsere Zeit im  türkischen Gefängnis -
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Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt
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Buch - Abgelatscht

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