Türkei, gleich Wunderland?

Schon auf der Fähre wundern wir uns. Da die Fähre sehr klein ist, mangelt es an Platz für Smiley und Toyota. Türkische Männer helfen uns S&T zu verladen. Auch werden uns die Türen aufgehalten, Plätze zugewiesen und dies alles mit sehr freundlichen Gesichtern. So viel freundliche Herzlichkeit haben wir schon lange nicht mehr erlebt.

Herzlich willkommen
Herzlich willkommen

In Cesme wundern wir uns dann erneut. Die Unterkunftspreise starten bei 100,- Euro pro Nacht. Nicht verlesen! Es ist Ramadanende und die wichtigsten Feiertage der Türken fallen halt leider mit unserer Anlandung zusammen. Zudem ist Cesme ein Nobelbadeort für den internationalen Touris-mus. Somit nicht unbedingt geeignet für Wagelschieber. Also schieben wir gleich weiter.

 

Während der 3 Wandertage bis Izmir lernen wir staunend weiteres. Wanderer haben ja ständig mächtigen Hunger. Unser 2. Frühstück nehmen wir ab Cesme immer in einer der zahlreich vorhandenen Dinlemner (Raststätten) an unserer Strecke ein. Wir fühlen uns dabei immer königlich bewirtet, denn es fehlt uns an nichts. Spiegeleier, Brot, Butter, Gurken, Tomaten, Käse, Kaffee, Tee, kaltes Wasser, Jogurt, Marmelade und man staune, Honig garnieren unsere Tafel. Gi süßt ihren Tee immer mit Honig. Soll ungemein Kraft geben, behauptet sie fast täglich. Das 2. Frühstück wird ab da ein regelrechtes Ritual. Zugegeben, manchmal Frühstück-dinieren wir auch erst nach 12.00 Uhr. Die Kalorien reichen dafür dann immer bis zum Abend.

Echt prima Frühstück
Echt prima Frühstück

In den nächsten Wochen werden wir uns noch täglich wundern. Es sind meist Wunder voller schöner Überraschungen. Nur sehr selten sind es Wunder auf welche Wanderfrau & Wandermann gerne verzichten würden.

Boxenstopp für Toyota
Boxenstopp für Toyota

Der Straßenbelag und Dornenland sind solche verzichtbaren türkischen Wundertüten. Der Belag ist besonders auf den Nebenstrecken, meist ein Kiesel- Teergemisch. Bei bis zu 40 Grad verflüssigt sich zum Leidwesen unserer Latschen und Wägelchen der Teer. Es ist dann immer eine recht klebrige Angelegenheit. Auch Smiley und Toyota stöhnen bei diesen Bedingungen oftmals arg. Gi stöhnt auch, denn sie braucht in der Zwischenzeit das 3. Paar Latschen, eigentlich ja kein Wunder.

 

Abseits der Straßen ist leider meist Dornenland angesagt. Ich könnte heulen, glaubt es mir, denn Löcher flicken gehört zu meiner fast täglichen Arbeit. Nach 17:5 Löcher für Smiley ist nun der Stand 22:19 für Toyota. Es gibt auch einen Spitzenlochtag. 7 Dornenlöcher flicke ich unter unvorstellbaren Flüchen. Ich hasse Dornenland.

Nach über 2000 Wanderkilometern erfolgt notgedrungen auch ein Boxenstopp für Toyota. Diesen führe ich selbst aus. Toyota bekommt auch seine Breitreifen. Beim Boxenstopp stelle ich weitere Krankheiten fest. Die Radlager von Smiley & Toyota haben sehr viel Spiel bekommen. Keine Ahnung, ob es noch lange gut geht?

Momente der Ruhe
Momente der Ruhe

Nun aber genug der Flucherei, denn zwischen den Flüchen, dem ewig fliesenden Schweiß, dem schwimmenden Asphalt, gibt es die vielen Momente der Ruhe, der Besinnlichkeit und der überaus herzlichen Gastfreund-schaft. Besonders auf der Strecke von Izmir nach Pammukale erschlägt uns fast diese Gastfreundschaft.

Die Türken sind unglaublich gastfreundliche Menschen
Die Türken sind unglaublich gastfreundliche Menschen

Die Strecke bis Pamukkale zieht sich durch weite Tiefebenen, kleinere Anstiege, dabei immer gesäumt von hohen Bergen in der Ferne. Hier arbeiten viele Menschen in der Landwirtschaft. Sie ist sozusagen ihr täglich Brot. Obst ist die Zauberformel. Weintraubenplantagen soweit das Auge reicht. Melonen liegen wie grüne Kanonenkugeln bis zu fernen Bergen. Das feurige Rot der Tomaten sorgt für Abwechslung. Leider ist die Kirschenerntezeit schon Wochen vorbei.

Der gemeine Wagenschieber könnte nun denken, hier kann ich ja täglich selbst ernten. Die Gastlichkeit der Türken hilft uns ungemein, den verführerischen Mundraubgedanken schnell zu vergessen, denn täglich werden wir beschenkt, reichlich beschenkt. Es kommen Tage der Geschenkeablehnungen, denn im Bauch von Smiley & Toyota häufen sich Gurken, Tomaten und Weintrauben. Manchmal sind auch Feigen dabei. Wir schauen erst immer nach, was gerade ausgegangen ist. Komfortabel! Der Nachteil? Unser Blut wird zu Weintraubenblut, zu Tomatensaft oder grünlich wie Gurkensalat.

 

Die zusätzlichen Einladungen zum Tee können wir nicht zählen. Bis Mittag sind es schon immer viele. Auch da sind wir gezwungen abzulehnen, denn ständige Pinkelpausen ließen uns nicht vorwärts kommen. Teepause, eine Melone verschlingen, bedeutet auch immer lange Gespräche. Wir haben die Qual der Wahl.

Nach bisher insgesamt 2306 Wanderkilometern laufen wir, ich humple mehr, in Pamukkale ein. 

Da sind die Sinterterrassen wie bestellt.

Ruhezeit in Pamukkale
Ruhezeit in Pamukkale

Pamukkale ist der landschaftliche Hammer. Der ``Baumwollberg`` beherrscht einfach alle & alles, nämlich die Touristen, die Einheimischen und natürlich auch uns Wagelschieber. Wir erholen uns hier. Dafür ist Pamukkale nämlich wie geschaffen.

Ein Wärmegewitter zieht auf
Ein Wärmegewitter zieht auf

Die Infrastruktur lässt nichts vermissen. Gutes Essen, Hotels von 0 bis 5 Sterne, Heilquellen und die landschaftliche Märchenwelt der Sinterterrassen sorgen für rundum schöne Gefühle. Apropos Gefühle!

Im rechten Fuß habe ich seit Tagen Schmerzen in der Ferse. Deswegen bin ich sozusagen ins Paradies gehumpelt. Wahrscheinlich eine Sehnenentzündung. Damit aber nicht genug. Der linke Fuß macht mir schon länger Probleme. Die Heilquellen und Sinterterrassen versprechen ja Heilung. Wenn nicht, dann zumindest Linderung. Also sind die Quellen und Sinterterrassen Pflichtprogramm für meine Ferse. Ich humple zu den Terrassen. Ich humple zu den Heilquellen. Leider humple ich auch immer zurück. 

Gi hat wie so oft eine Idee. Sehr gerne spielt sie Ärztin. Drei Abende werde ich ernsthaft behandelt. Sie kauft eine Flasche Babyöl, reibt damit meine Füße reichlich ein und steckt sie in gemeine Plastiktüten. Dort müssen sie lange, lange verweilen.

Ölige Fusspflege
Ölige Fusspflege

Die Wandertage ab Pamukkale führen uns rauf zu den großen Seen immer Richtung Konya. Zum Glück sind die Anstiege auf ca. 1000 Meter Höhe nicht so arg steil.

Die Landschaft ändert sich mit der Höhe. Weite Felder und Plantagen begleiten uns täglich. Wir durchqueren die Pfirsichregion. Ein Mann will uns einen ganzen Eimer voll davon schenken. Auch in der Höhe sind die Menschen halt sehr gastfreundlich. Nach der Rosenstadt Isparta (1049 m hoch) erblicken wir den wirklich ersten großen See. Dem Egidirsee folgen wir auf vielen Kilometern. Apfelbäume wechseln da mit Pfirsichbäumen. Äpfel und deren Saft füllen nun unsere Taschen und Flaschen. Am Beysehirsee (1122m) folgt uns ein Auto der Jendarmen.

Bei den Gendarmen
Bei den Gendarmen

Auch sie laden uns ein in ihre grüne Polizeioase am See. Zur Abwechslung gibt es neben Tee auch reichlich Aprikosen sowie eine nette Unterhaltung über das Verhältnis (politisch gemeint) von Merkel und Erdogan. Wir können zwischen Aprikosen, Tee und dem Verhältnis viel lachen. Und wir lernen, dass die Kerne der Aprikosen, aufgeschlagen und dann geröstet, wie Mandeln schmecken. Die Jendarmen wollen uns bis zur Stadt Beysehir fahren. Doch wir lehnen ab, nächtigen im Zelt, nahe am See.

An den großen Seen
An den großen Seen

Beysehir ist ein sehr angenehmes Städtchen. Überhaupt gefallen uns fast alle Städte entlang unserer Route. Jede hat irgendwie was besonderes. Wir treffen fast nur auf türkische Touristen. Sie wissen halt wo es in ihrem Land am schönsten ist.

Nach nun insgesamt 110 Wandertagen und 2571 Wanderkilometern, treffen wir in Konya ein. Die Millionenstadt ist berühmt für ihre tanzenden, sich ständig im Kreis drehenden Derwische (muslimische Ordensgemeinschaft, auch Sufis genannt). Natürlich wollen wir sie sehen. 

Sich kreiselnde Derwische
Sich kreiselnde Derwische

Die Stadt ist einfach herrlich, denn sie ist wie für Wagelschieber erschaffen. Da hier fast nur türkische Touristen unterwegs sind, sind somit die Preise noch okay, das Essen ist zu 100 Prozent türkisch (einfach lecker), die Gastfreundschaft ist nicht gespielt und man staune, vieles ist sogar frei. Am Mausoleum z.B. gibt es kostenlose Getränke. Ob Tee, Kaffee, Wasser oder Fruchtsäfte, Mann/Frau/Kind können trinken bis das Bäuchlein platzt.   

Konya ist für uns eine Perle in der Türkei. Doch auch Perlen können Schatten haben.

Abseits der belebten Strassen sehen wir einen Jungen. Wir laufen vorbei. Doch wie auf Kommando drehen wir um. 

Schatten über Konya
Schatten über Konya

Wir vermuten, mit dem Jungen stimmt etwas nicht! Er wirkt so abwesend, so traurig, auch irgendwie undurchschaubar. Gi versucht auf türkisch eine Unterhaltung. Der Junge zeigt keine Regung. Sie versucht es auf Arabisch. Er reagiert plötzlich. Arabisch ist seine Muttersprache. Er erzählt uns kurz seine Geschichte. In Syrien hat er seine Eltern verloren. Mit anderen Syrern ist er in die Türkei geflüchtet und versucht nun, mit seiner Waage, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Wir muntern den Jungen etwas auf. Ein leichtes lächeln huscht über seine Wangen.

Ein leichtes lächeln
Ein leichtes lächeln

Aus Spaß hüpfe ich öfters auf seine Waage. Dabei leuchtet immer die 75 auf. Bei jeder 75 bezahle ich. Die Mahlzeiten der nächsten Tage sind somit gesichert. Die Stadt hat uns positiv überrascht. Wir überraschen den Jungen. Noch lange bleibt der Kleine in unseren Köpfen. Wie klein sind doch unsere täglichen Sorgen. Fußprobleme und weiteres sind heilbar, sind keine Probleme. Was wir uns aber selbst fragen, ist eine gebrochene Seele heilbar?

 

Wir verlassen Konya Richtung Kappadokien. Auf diese Strecke freuen wir uns besonders, denn es wird ein Teil der Seidenstraße sein. Dies bedeutet, wir werden entlang der alten Karawanenrouten laufen, hoffen dabei auf Zeltnächte an Karawansereien, sternklaren Nächten und weniger Hitze. 

Wir verlassen Konya
Wir verlassen Konya

Auf der Seidenstrasse umgibt uns täglich viel Einsamkeit. Nur selten ist ein Dorf am Wegesrand zu sehen. Die Dörfer sind meist nur am Bergesrand weit in der Ferne erkennbar. Ein Minarett und die Farbe Grün verraten ihr Leben. Wir folgen oft den Dorfverbindungen, kaufen dort unsere Verpflegung. Wasser füllen wir an den Moscheen auf. Wir fühlen uns dabei irgendwie wie eine Minikarawane. Smiley und Toyota sind dabei unsere Kamele. Ich bin natürlich der Karawanenführer. Führe dabei sehr stolz unsere Karawane durch karges Land, leichte Hügel, über unbearbeitete Felder, Stoppelpisten, geteerte Pisten und verschlungene Dorfwege.  

Hos Geldiniz = Herzlich willkommen
Hos Geldiniz = Herzlich willkommen

Manchmal müssen wir fragen. Karawanenführer wissen auch nicht alles. Fragen ist Gis Aufgabe.

Wo geht es lang?
Wo geht es lang?

So finden wir die verborgenen, von den meisten Türkeitouristen immer noch unberührten Karawansereien. 30 bis 40 Kilometer ist der Abstand zwischen den Karawansereien. Dies hat seinen Grund, denn die Tagesleistung war für die Karawanen auf 30, maximal 40 Kilometer begrenzt. Uns kann es recht so sein, denn auch unsere Tageswanderkilometer liegen in diesen Bereichen.  

Einsturzdoline Obruk
Einsturzdoline Obruk

Die Karawanserei von Obruk zählt für uns zu den schönsten. Das besondere hier? Eigentlich nicht unbedingt die Karawanserei. Die Lage ist es! Sie liegt an einer Einsturzdoline. Der kreisrunde See (200 m im Durchschnitt) ist 140 m tief. Vom Einsturzrand schaut man 35 m runter auf die Spiegelseefläche.

Im Dorf Obruk selbst leben nur noch wenige Menschen. Die meisten Häuser sind verlassen. Zum Glück haben wir genug Vorräte in den Wägelchen. So köcheln wir am Abend auf dem kleinen Lagerfeuer unser Abendessen, genießen die Ruhe und geben uns den schönen Launen der Natur hin. Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen alle Dolinenbewohner. Es sind hunderte von wilden Tauben, kleine Vögel, große Vögel und die in Anatolien viel verbreiteten wilden Hunde. Zum Glück sind die Hunde diesmal recht klein. Einer ist unser Gast. Wir füttern ihm unsere Reste.

Karawanserei Agzikara
Karawanserei Agzikara

Die Karawanserei Agzikara liegt auch abseits der Hauptstraße. Doch auch hier lohnt sich der Weg. Das Dorf liegt zauberhaft zwischen viel grün, nur wenige Häuser sind verlassen und der Karawansereibewacher ist ein überaus netter Typ. Er zeigt uns sofort, wo wir unser Zelt aufbauen können. Kaum aufgebaut, folgt die Einladung zum Tee.

Lagerplatz
Lagerplatz

Nur wenige Touristen besuchen Agzikara, erzählt er uns. Dabei gibt es sogar für die Besucher ein Toilettenhäuschen. Und man staune, sogar eine super Heisswasserdusche ist da eingebaut. Wir staunen nur noch.

Einladung zum Tee
Einladung zum Tee

Kurz vor Sonnenuntergang durchstreifen wir alleine die Karawanserei. Sie ist mächtig mit ihren dicken Mauern, großen Räumen, versteckten Plätzen und verwinkelten Gewölben. Wir stellen uns vor, wie muss es hier vor 700 Jahren gewesen sein?

Hundert Kamele und die Treiber mussten da versorgt werden. Es gab hier eine Großküche, Schlafplätze, Tierärzte, ein Badehaus, natürlich eine Moschee, Schmiedewerkstätten, Brunnen und auch einen Basar. Hier wurde verkauft, gehandelt, Steuern bezahlt, gegessen, getrunken, bestraft, repariert, sicherlich auch betrogen und geschwindelt. Gi stellt fest, jetzt fehlen nur noch die Gerüche, die Geräusche und das Rufen des Muezzin. Die Geräusche und Gerüche müssen wir uns vorstellen, doch der Muezzin ruft vom nahen Dorf.

 

Als wir an unserem Nachtlagerplatz zurück sind, staunen wir wieder. Vor unserem Zelt liegen 2 gekochte Eier, Weintrauben und ein Brot.  

 

Knapp 60 Kilometer vor dem Zentrum von Kappadokien, der Ortschaft Göreme, bricht Smiley  zusammen. Wir können es kaum fassen. Die geschweißte Radaufhängung gibt den Geist auf.

Smiley bricht zusammen
Smiley bricht zusammen

Zwei Tagesmärsche bis Göreme will Gi die Last auf die Hinterräder wuchten. Irgendwie funktioniert die Notlösung zu Beginn. Es funktioniert sogar so gut, dass wir die Aufhängung am zweiten Tag ganz entfernen. Sie hängt eh irgendwie fast lose am Wägelchen. Natürlich drückt nun die ganze Last auf beide Hinterräder und somit ohne Gnade auf die Lager. Wir machen uns aber keinen großen Kopf, denn erst in Göreme wollen wir überlegen, wie wir unsere Tour weiter gestalten werden. Kappadokien war im Kopf eines unserer Wunsch-Wanderziele für den Herbst während dieser Tour. Uns war vorher klar, wenn wir Göreme nicht erreichen, dann soll es eben so sein, doch nur 2 Tagesmärsche vorher aufgeben, wäre natürlich auch ein Unding.  

Es funktioniert
Es funktioniert

Nach 130 Wandertagen kommen wir in Göreme an. 2830 Wanderkilometer liegen hinter uns. Wir schwitzen noch immer, fühlen uns auch etwas müde, machen uns Sorgen um Smiley und freuen uns doch unglaublich über unser erreichtes Wunschziel, dem Ortseingang der weltbekannten Ortschaft Göreme. Wir wollen natürlich einige Tage bleiben, das Märchenlandschaftsgebiet erwandern, bestaunen und auch ablichten. Auch wollen wir Smiley reparieren oder beerdigen, gut essen, täglich reichlich duschen und, und …

Nach 130 Wandertagen + 2830 Wanderkilometern Ankuft in Göreme
Nach 130 Wandertagen + 2830 Wanderkilometern Ankuft in Göreme

Die Märchenlandschaft um Göreme liegt verwunschen im Zentrum von Kappadokien. Dieses Gebiet ist eines der interessantesten und zudem auch schönsten der ganzen Türkei. Wir haben schon viele Landschaftsformen weltweit erleben dürfen, die Tuffsteinwelt von Kappadokien gehört unbestritten zu den schönsten der Welt.

Märchenlandschaft
Märchenlandschaft

Diese Landschaft genießen wir in der Regel täglich. Viele Stunden  verbringen wir mit ausgedehnten Wanderungen. Zum Glück haben wir eine Wanderkarte, welche uns täglich neue Wandermöglich-keiten offenbart.

Kappadokien zählt zu den Haupttouristengebieten in der Türkei. Dementsprechend sind viele Touristen unterwegs. Diese trifft man in geballter Form aber nur an den Hauptattraktionen wie den Felsenkirchen von Göreme, dem Open Air Museum von Zelve, den Aussichtspunkten in die Täler und Schluchten, und den rummeligen Hauptplätzen der vielen kleinen Ortschaften. Zum Glück haben wir den Luxus der Zeit, brauchen keinen Bus und keinen Führer der uns von Sehenswürdig zu Sehenswürdigkeit fährt oder führt.

Tägliche Wanderung
Tägliche Wanderung

Unsere täglichen Wanderungen sind zwischen 15 und 25 Kilometer lang. Unsere Begleiter sind Trinkwasser, Sonnencreme, Kekse und viel kindliche Neugier für die verwunschenen Pfade. Bezaubernd sind all diese Wanderungen, auch wenn jede irgendwie anders traumhaft erscheint. 

Sehr alte Kirche
Sehr alte Kirche

Wir müssen durch manchen Tunnel gehen, um zu versteckten Kirchen zu gelangen. Die meisten Tunnel hat die Natur erschaffen, mancher entstand aber auch durch Menschenhand. Der Tuffstein ist recht leicht zu bearbeiten, denn er ist sehr weich und somit einfach zu behauen. 

Tunnel
Tunnel

Besonders berühmt sind die Feenkamine.

Feenkamine
Feenkamine

Die Tuffsteinformationen wurden und werden auch zu Wohnzwecken genutzt. Damals dienten diese Höhlenwohnungen als Schutz gegen die durchziehenden Armeen. Es gibt sogar unterirdische Städte. Heute gibt es so manches Höhlenhotel im Tuffstein und manches Restaurant fand dort seinen Platz. Die Wandertage sind Tage der Ruhe und Entspannung. 

Häuser am und im Tuffstein
Häuser am und im Tuffstein

Wir sind nicht nur begeistert vom kappadokischen Märchenwanderland, auch ist unsere allabendliche Unterhaltung tiefsinnig sehenswert. Unser Hotel entpuppt sich als beliebtes Hochzeitshotel.

Ständig Hochzeit
Ständig Hochzeit

An drei Abenden hintereinander schauen wir türkische Hochzeit. Das schöne dabei? Jede Hochzeit ist vom Ablauf her anders gestaltet. Die erste ist sehr konservativ. Alle Frauen tragen Kopftuch. Der Imam hat hier absolut die Hoheit. Koransprüche schweben durch die laue Luft.

Die zweite Hochzeit ist eine Mischung aus konservativ und modern. Die Hälfte der Frauen zeigt offenes Haar. Nur kurz surren die Koransprüche durch die Luft. Es wird viel getanzt und gelacht.

Die dritte Hochzeit ist für türkische Verhältnisse ausgesprochen modern. Kaum eine Frau trägt Kopftuch. Neben dem Brautpaar steht die Band im Mittelpunkt. Stundenlang wird ausgelassen getanzt, auch viel Raki (hochprozentiger Schnaps) und Bier getrunken.

 

Das interessante für mich? Die Türkei ist kein Wunderland! Sie ist einfach nur sehr wunderbar vielfältig. Was ich hoffe, es mag alles so friedlich in der Zukunft bleiben.

 

Nach langen Überlegungen beerdigen wir Smiley in Göreme schweren Herzens. Neben dem Problem Laufrad, hat auch der Alurahmen weitere Risse und die Radlager sind zudem kaputt. Alles traurig aber wahr. Wir beschließen auch, vorerst in Göreme unsere Langzeitwanderung zu unterbrechen. Winterpause ist angesagt.

Schon vor Monaten war uns klar, sollten wir es bis in die Türkei schaffen, dann werden wir auf keinen Fall über die Wintermonate durch Kurdistan in den Iran unterwegs sein können, sein wollen, denn schon im frühen Herbst fällt dort in den Bergen Schnee.

 

Um es für Toyota gewichtsmäßig verträglich zu gestalten, durchforsten wir unseren Haushalt. Wir sortieren aus, wir specken ab. Auch befestigen wir Smiley symbolisch neben seinem großen Bruder. Gemeinsam verlassen wir so Göreme zur Winterpause.

Smiley bleibt symbolisch bei Toyota
Smiley bleibt symbolisch bei Toyota

Etwas Zahlensalat zur Langzeitwanderung von Sonneberg bis Kappadokien

 

Stand: Mitte September 2014

 

Gesamtwandertage: 130 Tage

 

Gesamtwanderkilometer: 2.830 km davon in:

 

Deutschland 510 km

Österreich 260 km

Italien 310 km  

Albanien 320 km

Griechenland 560 km

Türkei 870 km

 

Die Winterpause verbringen wir in Arabien, Australien und Neuseeland. In Neuseeland lebt unser Sohn Martin mit Familie. Von Neuseeland aus kehren wir im Februar 2015 in die VAE zurück. Dort wartet Toyota auf uns. 

Wir wollen von Dubai aus, unserer Wanderung über den Oman, Iran und die Türkei fortsetzen. In Göreme soll sich der Wanderkreis schließen.

 

Werden wir es schaffen? 

 

Oben rechts in der Leiste ist Teil 4 einsehbar oder einfach Link folgen: Teil 4

 

Unsere Bücher

Buch - Gestohlene Freiheit

Gestohlene Freiheit - Unsere Zeit im  türkischen Gefängnis -
Gestohlene Freiheit - Unsere Zeit im türkischen Gefängnis -

Buch - Grenzenlos

Grenzenlos  -  Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt
Grenzenlos - Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt

Buch - Abgelatscht

Lanzeitwanderung: 5740 km durch 11 Länder
Lanzeitwanderung: 5740 km durch 11 Länder
Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
Mit Wägelchen 11 Länder - 5.740 km
Oman Fischer
Oman Fischer
Oman/Jemen Leeres Viertel
Oman/Jemen Leeres Viertel
Tempelbaumblüten
Tempelbaumblüten
Afrika - Strahlende Kinderaugen
Afrika - Strahlende Kinderaugen
Indien Taj Mahal
Indien Taj Mahal
Iran
Iran
Mit der Enfield durch Indien
Mit der Enfield durch Indien
Mein Steg, mein Strand, mein Meer
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Kurdische Lebenslinien - Iran
Kurdische Lebenslinien - Iran
Mondsichelstürmer
Mondsichelstürmer
Spiegelung
Spiegelung
Die Sonnenfängerin
Die Sonnenfängerin
Wanderung Neuseeland
Wanderung Neuseeland
Beim Straßenzahnarzt in Indien
Beim Straßenzahnarzt in Indien
Kappadokien
Kappadokien
"Leeres Viertel"
"Leeres Viertel"
Hahn im Korb - Oman
Hahn im Korb - Oman
Neuseeland
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Australien
Australien
Indien
Indien
Bayrischer Wald
Bayrischer Wald
Weg in den Nebel
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Ohren sauber? Sri Lanka 2017
Ohren sauber? Sri Lanka 2017
Salalah - Oman
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Traumstrand SL
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Im "Leeren Viertel"
Im "Leeren Viertel"
Hampi - Indien
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Motivsuche - Griechenland
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Voll beladen - Türkei
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Bosnien
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Katarapass Griechenland
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